Paris – 02.09.2026: Nach der neuen militärischen Eskalation zwischen den Vereinigten Staaten und Iran warnt der Branchenverband Plastalliance vor erneut steigenden Kunststoffpreisen in Frankreich. Generalsekretär Joseph Tayefeh sagte am Mittwoch dem Sender franceinfo, die im Sommer beobachtete Entlastung sei bereits beendet. Die Unternehmen müssten sich wieder auf erheblichen Inflationsdruck bei ihren Rohstoffen einstellen.
Auslöser sind die Spannungen rund um die Straße von Hormus, eine zentrale Route für Energieexporte aus der Golfregion. Nach neuen Angriffen stiegen die Ölpreise am 1. September deutlich. Der Preis für ein Barrel der Nordseesorte Brent lag am Vormittag wieder über 92 US-Dollar. Kunststoffhersteller reagieren empfindlich auf solche Bewegungen, weil zahlreiche Polymere aus Erdöl oder Erdgas gewonnen werden. Steigende Energiepreise verteuern zudem den Betrieb der Produktionsanlagen.
Plastalliance vertritt Unternehmen der Kunststoffindustrie in Frankreich und Europa. Tayefeh zufolge steigt für Verarbeiter nicht allein der Preis der Grundstoffe. Hinzu kommen unsichere Liefertermine und höhere Transportkosten. Bei neuen Bestellungen lasse sich deshalb häufig kaum verlässlich kalkulieren, zu welchem Preis die benötigte Ware bei der Ankunft tatsächlich verfügbar sein werde.
Kunststoffe werden in zahlreichen Wirtschaftszweigen benötigt: etwa für Lebensmittelverpackungen, Flaschen, Rohre, Fahrzeugteile sowie Produkte für das Bauwesen und die Medizin. Die Folgen höherer Einkaufspreise verteilen sich innerhalb der Branche allerdings ungleich. Große Abnehmer können sich teilweise über längerfristige Verträge absichern. Kleinere Betriebe sind dagegen stärker auf kurzfristige Bestellungen angewiesen und damit Preisschwankungen unmittelbarer ausgesetzt.
Ob und wann Hersteller die Mehrkosten an Handel und Verbraucher weitergeben, hängt von ihren Lieferverträgen, Lagerbeständen und finanziellen Spielräumen ab. Manche Unternehmen können einen kurzfristigen Preisschub zunächst auffangen. Hält er länger an, wächst jedoch der Druck, Verkaufspreise anzupassen oder Investitionen aufzuschieben. Das betrifft eine Branche, deren Erzeugnisse in vielen industriellen Lieferketten kaum kurzfristig zu ersetzen sind.
Bereits im Frühjahr hatte Plastalliance wegen damaliger Störungen des Verkehrs durch die Straße von Hormus vor Engpässen gewarnt. Nach Angaben der Branche waren einzelne Kunststoffsorten binnen weniger Wochen deutlich teurer geworden. Die jüngste Entwicklung trifft somit einen Markt, der sich nach den Belastungen des ersten Halbjahres gerade erst teilweise stabilisiert hatte.
Für französische Verarbeiter ist vor allem die Verbindung mehrerer Risiken problematisch: Teurere petrochemische Vorprodukte, mögliche Verzögerungen im Seeverkehr und Preisaufschläge der Lieferanten können gleichzeitig auftreten. Plastalliance rechnet Tayefeh zufolge nicht mit einer raschen Entspannung, solange die militärischen Auseinandersetzungen in der Golfregion andauern.
Quellen
- franceinfo
- AFP via Connaissance des Énergies
- Plastalliance
Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).