Wirtschaft

Anses warnt vor Gesundheitsrisiken durch atypische Arbeitszeiten

Lange Arbeitstage, Wochenenddienste und versetzte Arbeitszeiten belasten Schlaf, Gesundheit und Familienleben. Frankreichs Gesundheitsagentur Anses fordert Arbeitgeber auf, solche Modelle stärker zu begrenzen und Beschäftigte besser zu schützen.

Paris – 03.09.2026: Lange Arbeitstage, Wochenenddienste und versetzte Arbeitszeiten gehören für viele Beschäftigte in Frankreich zum Berufsleben. Die französische Agentur für Lebensmittel-, Umwelt- und Arbeitsschutz Anses warnt nun vor den gesundheitlichen und sozialen Folgen solcher Arbeitsmodelle. Je nach Definition seien im Laufe ihres Erwerbslebens 55 bis 75 Prozent der Beschäftigten davon betroffen.

Als atypisch gelten neben Nachtarbeit unter anderem Einsätze am Wochenende, Arbeitstage von mehr als acht Stunden, Wochenarbeitszeiten von mehr als 40 Stunden sowie ein sehr früher Arbeitsbeginn oder Arbeit am Abend. Für ihre Bewertung zog die Behörde 172 wissenschaftliche Studien heran. Damit untersuchte sie Arbeitsformen, die über die seit Langem erforschte Nacht- und Schichtarbeit hinausgehen.

Besonders gut belegt sind laut Anses die negativen Folgen langer Arbeitszeiten für Schlaf, Angstzustände und das Herz-Kreislauf-System. Weitere Studien weisen auf mögliche Zusammenhänge mit depressiven Beschwerden, Stoffwechsel- und Fortpflanzungsproblemen sowie einem höheren Unfallrisiko hin. Die Behörde macht zugleich deutlich, dass die Ergebnisse je nach Arbeitsmodell unterschiedlich stark ausfallen und statistische Zusammenhänge nicht in jedem Einzelfall eine direkte Ursache belegen.

Wochenendarbeit erschwert nach den ausgewerteten Untersuchungen die Erholung und schränkt soziale Kontakte ein. Gemeinsame Familienzeit, Vereinsaktivitäten oder Treffen mit Freunden lassen sich schwerer organisieren. Abenddienste beeinträchtigen besonders die Vereinbarkeit von Beruf und Familie. Ein sehr früher Arbeitsbeginn wird häufiger mit Schlafproblemen und Belastungen der psychischen wie körperlichen Gesundheit in Verbindung gebracht.

Wie hoch das Risiko ausfällt, hängt laut Anses von mehreren Faktoren ab: von der Arbeitsintensität, dem Stress, der Länge der Einsätze, den Pausen und dem individuellen Schlafrhythmus. Wer dauerhaft außerhalb der üblichen gesellschaftlichen Zeitabläufe arbeitet, kann zudem Kinderbetreuung, Dienstleistungen oder gemeinsame Mahlzeiten schlechter nutzen. Verkürzte oder unregelmäßige Erholungsphasen können bestehende Belastungen verstärken.

Die Anses empfiehlt deshalb, atypische Arbeitszeiten möglichst zu begrenzen. Wo sie unvermeidbar sind, sollen Arbeitgeber die Risiken systematisch erfassen, Dienstpläne frühzeitig und verlässlich gestalten sowie arbeitsmedizinische Betreuung anbieten. Besonderen Schutz benötigten Schwangere und andere Beschäftigte mit erhöhter gesundheitlicher Belastung. Für Nachtarbeit gelten bereits spezifische Schutzvorschriften.

Auch das französische Institut für Forschung und Sicherheit bei der Arbeit behandelt atypische Arbeitszeiten als verbreitetes Präventionsthema in Betrieben. Für den 10. November 2026 hat es ein Fachseminar zu den gesundheitlichen, sozialen und organisatorischen Folgen angekündigt. Die Empfehlungen der Anses geben Unternehmen damit konkrete Ansatzpunkte für Dienstplanung, Gefährdungsbeurteilung und arbeitsmedizinische Vorsorge.

Quellen

  • Franceinfo
  • Agence France-Presse via Boursorama
  • Anses
  • Institut national de recherche et de sécurité

Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).

Ende des Artikels

Geräteansicht