Wirtschaft

Neue Rettungslösung für Fibre Excellence gesucht

Vor der Anhörung am 8. September wird das Übernahmeangebot für das Zellstoffwerk in Saint-Gaudens nachgebessert. Industrieminister Sébastien Martin hält eine vorübergehende Verstaatlichung derzeit nicht für den besten Weg.

Saint-Gaudens – 03.09.2026: Für das Zellstoffwerk Fibre Excellence in Saint-Gaudens läuft an diesem Donnerstag die Frist zur Nachbesserung des Übernahmeangebots. Industrieminister Sébastien Martin erklärte am Morgen bei Franceinfo, eine Rettung sei weiterhin möglich, aber keineswegs gesichert. Der Staat sei bereit, mit den beteiligten Akteuren nach einer tragfähigen industriellen Lösung für den Standort im Département Haute-Garonne zu suchen.

Das Handelsgericht Toulouse will das Angebot am 8. September prüfen. Nach den bislang veröffentlichten Angaben soll die Entscheidung am 15. September fallen. Das Werk befindet sich in gerichtlicher Liquidation, darf seine Tätigkeit jedoch vorläufig bis zu diesem Tag fortsetzen. Investoren, Beschäftigten und öffentlichen Partnern bleibt damit nur wenig Zeit, um Finanzierung, Eigentümerstruktur und Unternehmensführung verbindlich zu klären.

Ein Angebot war am 24. August beim Gericht eingereicht worden. Es sieht regionalen Medien zufolge vor, die 270 Arbeitsplätze in Saint-Gaudens zu erhalten und rund 90 Millionen Euro zu investieren. Die elsässische Unternehmensgruppe Soprema gehört zu den industriellen Beteiligten des Vorhabens. Die Region Okzitanien arbeitet mit privaten und öffentlichen Partnern daran, die noch offenen Bedingungen der Übernahme zu erfüllen.

Regionspräsidentin Carole Delga hatte den Staat aufgefordert, sich vorübergehend am Kapital des Werks zu beteiligen. Dadurch solle Zeit gewonnen werden, bis ein dauerhafter industrieller Investor gefunden sei. Martin bezeichnete eine solche Verstaatlichung derzeit jedoch nicht als die geeignetste Option. Andere Formen staatlicher Unterstützung für ein belastbares Projekt schloss er damit nicht aus; sein bevorzugter Weg führt über eine Vereinbarung mit privaten Industriepartnern.

Der rechtliche Rahmen setzt diesem Bemühen enge Grenzen. Das Handelsgericht hatte die Liquidation angeordnet, nachdem es die wirtschaftliche Lage des Unternehmens als nicht sanierungsfähig eingestuft hatte. In der Gerichtsentscheidung wird für Fibre Excellence Saint-Gaudens ein angemeldeter Schuldenstand von mehr als 54 Millionen Euro genannt. Die befristete Fortführung des Betriebs soll ermöglichen, eine Übernahme dennoch abschließend zu prüfen.

Zur Entscheidung steht allein der konkrete Rettungsplan für Saint-Gaudens. Ein früheres Angebot des Unternehmers Matthieu Pigasse war im Juli abgewiesen worden. Der neue Ansatz betrifft nach den veröffentlichten Angaben ausschließlich diesen Standort, nicht das zweite Werk von Fibre Excellence in Tarascon. Dort wurde die Liquidation bereits beschlossen.

Ob die Nachbesserungen genügen, entscheidet das Handelsgericht anhand des endgültigen Angebots. Bis zur Anhörung müssen die Projektträger vor allem ihre Finanzierungszusagen und die industrielle Perspektive des Standorts darlegen. Die gerichtlich genehmigte Betriebsfortführung endet am 15. September 2026.

Quellen

  • Franceinfo
  • Cour de cassation
  • L'Usine Nouvelle
  • La Dépêche du Midi

Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).

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