Tanezrouft – 03.09.2026: Tief in der algerischen Sahara soll eine Kaserne der Nationalen Volksarmee in ein Hochsicherheitsgefängnis umgewandelt werden. Vorgesehen ist die Anlage nach Angaben der Präsidentschaft für Personen, denen eine führende Rolle im organisierten Drogenhandel zugeschrieben wird. Den Beschluss fasste der Hohe Sicherheitsrat am Mittwoch, dem 2. September, unter Vorsitz von Präsident Abdelmadjid Tebboune.
Tanezrouft bezeichnet eine besonders trockene und dünn besiedelte Wüstenregion im Süden Algeriens, nahe den Grenzgebieten zu Mali und Niger. Mit der Wahl dieses Ortes setzt die Regierung auf eine Haftanstalt fern der großen Städte und der üblichen Verkehrswege. Welche Kaserne umgewidmet werden soll, teilte die Präsidentschaft bislang ebenso wenig mit wie deren Größe, das vorgesehene Personal, die Sicherheitsvorkehrungen oder die Kosten des Umbaus.
In der offiziellen Mitteilung ist von Drogenbaronen und Händlern die Rede. Namen von Beschuldigten oder bereits Verurteilten wurden nicht genannt. Offen bleibt auch, welche Gefangenen in die Einrichtung verlegt werden sollen und ob sie ausschließlich rechtskräftig Verurteilte aufnehmen wird. Bislang handelt es sich um einen politischen Beschluss, nicht um die Eröffnung einer Haftanstalt.
Zugleich beschloss der Hohe Sicherheitsrat die Einrichtung einer spezialisierten Sicherheitsstruktur zur Bekämpfung des Drogenhandels. Nach Berichten algerischer Medien soll sie sich an vergleichbaren Behörden anderer Staaten orientieren. Ihre Zuständigkeiten, die gesetzliche Grundlage und der Zeitpunkt der Arbeitsaufnahme waren am Donnerstag noch nicht bekannt.
Die Ankündigung folgt auf verstärkte Einsätze gegen grenzüberschreitende Schmuggelnetze. Das algerische Verteidigungsministerium meldete am 11. August die Festnahme von fünf mutmaßlichen Drogenhändlern sowie die Beschlagnahmung von mehr als 86 Kilogramm Kokain und über einer Million Tabletten mit psychotropen Wirkstoffen. Diese Angaben stammen von den Sicherheitsorganen; unabhängig überprüfbare Einzelheiten zu den Ermittlungen wurden nicht veröffentlicht.
Die Abgeschiedenheit des geplanten Gefängnisses dürfte praktische und rechtsstaatliche Fragen aufwerfen. Große Distanzen, Hitze und eine nur schwach ausgebaute Infrastruktur prägen Tanezrouft. Für Angehörige, Rechtsbeistände und Justizbedienstete könnten Besuche und Verfahren dadurch erheblich aufwendiger werden. Ob besondere Regeln für den Zugang oder den Transport von Gefangenen vorgesehen sind, ließ die Regierung offen.
Der Hohe Sicherheitsrat befasste sich in derselben Sitzung auch mit Waldbränden sowie mit der Lage in Algerien und den Nachbarstaaten. Für das Gefängnis nannte die Präsidentschaft weder einen Bauzeitplan noch einen Termin für den Beginn des Umbaus.
Quellen
- Franceinfo
- Algerische Präsidentschaft über die staatliche Nachrichtenagentur APS
- Europa Press
- El Khabar
- Algerisches Verteidigungsministerium
Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).