Paris – 24.10.2026: Frankreich erlebt an diesem Samstag den zweiten landesweiten Protesttag gegen hohe Lebenshaltungskosten. Nach Angaben von Innenminister Laurent Nuñez sind 70.000 Polizisten und Gendarmen im Einsatz, um angemeldete Kundgebungen zu sichern und Ausschreitungen zu verhindern. Vor Beginn der Demonstrationen wandte sich Nuñez an die Einsatzkräfte und versicherte ihnen die Unterstützung ihrer Vorgesetzten und des Ministers.
Nuñez sagte zudem, er wisse, dass das Vorgehen der Sicherheitskräfte verhältnismäßig sei. Mit dieser Äußerung stärkte er ihnen vor einem voraussichtlich angespannten Einsatztag den Rücken. Die konkrete Einsatzführung liegt bei den örtlich zuständigen Polizeibehörden, Präfekten und Kommandostrukturen. Sie sollen die Versammlungsfreiheit schützen, zugleich aber Gewalt gegen Menschen, Sachbeschädigungen und Plünderungen unterbinden.
Das umfangreiche Aufgebot ist eine Reaktion auf die erste Protestwelle vom 17. Oktober. Damals kam es in mehreren Städten am Rande der Demonstrationen zu Gewalt. Anschließend wurde über die Vorbereitung der Behörden, die verfügbaren Einheiten und den Schutz von Geschäftsvierteln diskutiert. Für den 24. Oktober erhöhte das Innenministerium die Zahl der eingesetzten Sicherheitskräfte gegenüber der Vorwoche deutlich.
Zum Aufgebot gehören örtliche Einheiten der Nationalpolizei und der Gendarmerie sowie mobile Verbände. Nach Angaben des Innenministeriums können bei besonderen Gefährdungslagen auch spezialisierte Einheiten wie RAID, GIGN und die Brigades de recherche et d'intervention hinzugezogen werden. Die reguläre Sicherung der Demonstrationszüge bleibt jedoch Aufgabe der für die öffentliche Ordnung zuständigen Kräfte.
Die Proteste richten sich gegen den Kaufkraftverlust und hohe Preise. An der Bewegung beteiligen sich unterschiedliche politische und gesellschaftliche Gruppen; Gewerkschaften haben eigene Kundgebungen angemeldet. Die Behörden hatten im Vorfeld erklärt, Versammlungen könnten eingeschränkt oder untersagt werden, wenn Veranstalter keine ausreichenden Sicherheitsvorkehrungen gewährleisteten. Über solche Maßnahmen entscheiden die zuständigen Behörden vor Ort.
Mit der großen Polizeipräsenz verfolgt die Regierung auch eine abschreckende Wirkung. Gewaltbereite Gruppen sollen von Angriffen auf öffentliche Gebäude, Verkehrsanlagen und Geschäfte abgehalten werden, während friedliche Demonstrationen stattfinden können. Nuñez hatte am 23. Oktober angekündigt, gegen Menschen vorzugehen, die die Proteste für Ausschreitungen oder Plünderungen nutzen.
Am Vormittag lagen noch keine belastbaren Ergebnisse des Einsatztages vor. Die Behörden passten ihre Maßnahmen fortlaufend an die Lage in den einzelnen Städten an. Mit 70.000 Polizisten und Gendarmen gehört das Aufgebot zu den größten, die Frankreich in den vergangenen Jahren für einen einzelnen Demonstrationstag angekündigt hat.
Quellen
- franceinfo
- Le Monde
- RTL
- Public Sénat
Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).