Politik & Gesellschaft

Prozess um Dreifachmord in Marseille läuft in Aix-en-Provence

Fünf Männer stehen wegen eines Dreifachmordes aus dem Umfeld des Marseiller Drogenhandels vor Gericht. Unter den Opfern war Brahim Chabane, ein Halbbruder des Anti-Drogen-Aktivisten Amine Kessaci.

Aix-en-Provence – 24.10.2026: Vor dem Schwurgericht des Départements Bouches-du-Rhône wird seit dem 19. Oktober über einen Dreifachmord aus dem Umfeld des Marseiller Drogenhandels verhandelt. Fünf Männer müssen sich im Justizpalast von Aix-en-Provence verantworten. Eines der Opfer war Brahim Chabane, ein älterer Halbbruder des Anti-Drogen-Aktivisten und Kommunalpolitikers Amine Kessaci.

Die Taten liegen fast sechs Jahre zurück. Ende Dezember 2020 und Anfang Januar 2021 wurden Réda Khaldi, Nassim Loubani und Brahim Chabane getötet. Die Anklage bringt die Verbrechen mit damaligen Auseinandersetzungen um den Drogenhandel in Marseille in Verbindung. Nun werden die Ermittlungsergebnisse erstmals in einem öffentlichen Gerichtsverfahren umfassend geprüft.

Kessaci tritt in dem Verfahren als Nebenkläger auf. Bekannt wurde er durch sein Engagement gegen den Einfluss des Drogenhandels in den nördlichen Stadtteilen von Marseille. Der Prozess betrifft den Tod seines älteren Halbbruders und ist rechtlich von den Ermittlungen zum Mord an Kessacis jüngerem Bruder Mehdi im November 2025 getrennt. Beide Fälle haben die Familie innerhalb weniger Jahre mit tödlicher Gewalt konfrontiert.

Zu den Angeklagten gehört Amine Oualane, den Ermittler als einen bedeutenden Akteur der Gruppierung DZ Mafia einstufen. Auch Karim Harrat steht vor Gericht. Die Vorwürfe gegen die fünf Männer richten sich nach dem jeweils angenommenen Tatbeitrag. Sie reichen von Mord bis zur Beteiligung an einer kriminellen Vereinigung, die der Vorbereitung eines Tötungsdelikts gedient haben soll. Die Angeklagten bestreiten die Vorwürfe; bis zu einem Urteil gilt die Unschuldsvermutung.

Der Prozess begann unter hohen Sicherheitsvorkehrungen. Rund um das Palais Monclar wurden der Verkehr und der Zugang zum Gerichtsgebäude eingeschränkt. Das Aufgebot verweist auf die besonderen Bedingungen eines Verfahrens, das mutmaßliche Strukturen der organisierten Drogenkriminalität berührt. Gewaltandrohungen, eingeschüchterte Zeugen und schwer durchschaubare Netzwerke erschweren in diesem Milieu seit Jahren die Ermittlungsarbeit.

Im Gerichtssaal treffen die Aussagen der Opferfamilien auf die Darstellung der Beschuldigten und ihrer Verteidiger. Das Schwurgericht muss Zeugenaussagen, Telekommunikationsdaten und weitere Resultate der kriminalpolizeilichen Ermittlungen bewerten. Für jeden Angeklagten ist gesondert zu klären, ob und in welcher Weise er an der Planung, Vorbereitung oder Ausführung der Taten beteiligt gewesen sein soll. Öffentliche Zuschreibungen können diese individuelle Prüfung nicht ersetzen.

Das Verfahren ist bis zum 6. November 2026 angesetzt. Erst nach der Beweisaufnahme und den Plädoyers entscheidet das Schwurgericht über die strafrechtliche Verantwortung der fünf Angeklagten.

Quellen

  • Franceinfo
  • Le Monde
  • Marsactu
  • Association de la Presse Judiciaire
  • Maritima Médias

Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).

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