Paris – 24.10.2026: Frankreichs Schülerverbände wollen ihre Proteste fortsetzen, obwohl Präsident Emmanuel Macron am Freitag, dem 23. Oktober, eine grundlegende Überarbeitung der Hochschulzugangsplattform Parcoursup in Aussicht gestellt hat. Vertreter der Organisationen waren erstmals zu einem fast dreistündigen Gespräch im Elysée-Palast empfangen worden. Die Zusage reichte ihnen jedoch nicht aus: Sie verlangen weiterhin die Abschaffung des bestehenden Verfahrens.
Parcoursup regelt in Frankreich den Zugang zu einem großen Teil der Studienangebote nach dem Abitur. Über die digitale Plattform werden Bewerbungen, Ranglisten und Zulassungsentscheidungen organisiert. Für viele Schülerinnen und Schüler steht das Verfahren für einen schwer durchschaubaren und von Auswahl geprägten Übergang zwischen Schule und Hochschule. Die Verbände fordern stattdessen verlässlichere Perspektiven für Studienbewerber und eine grundsätzliche Neuordnung der Zulassung.
Das Gespräch mit Macron folgte auf mehr als einen Monat anhaltender Mobilisierung. Die Proteste richten sich allerdings gegen weit mehr als Parcoursup. Auf einer von der Regierung eingerichteten Beteiligungsplattform beklagten Jugendliche vor allem überfüllte Klassen, ungünstige Stundenpläne, fehlende Vertretungslehrkräfte und den schlechten Zustand mancher Schulgebäude. Nach Angaben des Bildungsministeriums entfielen 70 Prozent der Beiträge auf Stundenpläne und zu große Klassen.
Die angekündigte Reform der Hochschulzulassung bildet daher nur einen Teil einer breiteren bildungspolitischen Auseinandersetzung. Der Präsident schaltete sich persönlich ein, nachdem die Regierung zunächst auf Gespräche mit dem Bildungsministerium und eine digitale Konsultation gesetzt hatte. Macron hatte bereits am 21. Oktober erklärt, an Parcoursup gebe es zweifellos zahlreiche Punkte zu verbessern. Konkrete Kriterien, einen Zeitplan oder einen Gesetzentwurf für die Überarbeitung legte der Elysée-Palast bislang nicht vor.
Die Schülervertreter verstehen den direkten Termin beim Präsidenten deshalb als politische Öffnung, nicht als Einigung. Zwischen der Reform und der von ihnen verlangten Abschaffung der Plattform liegt ein erheblicher institutioneller Unterschied. Eine Reform könnte Auswahlkriterien und Abläufe verändern. Eine Abschaffung würde dagegen eine Neuordnung des Hochschulzugangs und der Verteilung knapper Studienplätze erfordern.
Mit der Fortsetzung der Proteste wächst der Druck auf die Regierung, auch auf die materiellen Bedingungen an den Gymnasien zu reagieren. Die Forderungen betreffen Personal, Unterrichtsorganisation und Infrastruktur und damit unmittelbar die staatliche Bildungsfinanzierung. Unterstützung erhält die Bewegung zudem aus Teilen der Studierendenverbände und Gewerkschaften.
Macron und die Regierung kündigten für Montag, den 26. Oktober, weitere Zusagen an. Die Schülerverbände wollen sich jedoch nicht mit einer allgemeinen Reformabsicht zufriedengeben. Sie fordern überprüfbare Maßnahmen für bessere Schulbedingungen sowie eine politische Entscheidung über die Zukunft von Parcoursup.
Quellen
- Franceinfo
- Le Parisien
- CIDJ
- TF1 Info
- Elysée-Palast
Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).