Politik & Gesellschaft

Regierung berät mit Schülern und Studierenden über Bildungsproteste

Premierminister Sébastien Lecornu empfängt am 26. Oktober Schüler- und Studierendenverbände in Matignon. Danach will die Regierung konkrete Entscheidungen zu Unterrichtsausfall, Schulalltag und Hochschulzugang vorstellen.

Paris – 26.10.2026: Premierminister Sébastien Lecornu empfängt am Montagnachmittag Vertreter von Schüler- und Studierendenorganisationen in seinem Amtssitz Matignon. Im Anschluss wollen Bildungsminister Édouard Geffray und Hochschulminister Philippe Baptiste die Schlussfolgerungen der Regierung öffentlich erläutern. Das Treffen folgt auf mehrere Wochen der Mobilisierung an französischen Gymnasien.

Die Verbände verlangen vor allem verlässlich vertretenen Unterricht, bessere Lernbedingungen und einen nachvollziehbareren Übergang von der Schule an die Hochschulen. Ein zentraler Streitpunkt ist die Bewerbungsplattform Parcoursup. Schülervertreter kritisieren, dass die Auswahlkriterien der Hochschulen für Bewerber vielfach schwer zu durchschauen seien. Studierendenorganisationen fordern darüber hinaus zusätzliche Studienplätze, um dem wachsenden Andrang auf Hochschulen zu begegnen.

Die Regierung hatte den Dialog Anfang Oktober ausgeweitet. Lecornu beauftragte Geffray und Baptiste in einem Schreiben vom 4. Oktober mit der Bearbeitung von fünf Themenfeldern: Unterrichtsausfall, Zustand der Schulgebäude, Organisation des Schultags, Berufs- und Studienorientierung sowie stärkere Beteiligung von Schülern an Entscheidungen. Noch im Oktober sollten erste Maßnahmen vorgestellt werden, die auch finanziell abgesichert sind.

Das Bildungsministerium verweist darauf, bereits mehr als 3.000 Vertretungslehrkräfte vorrangig an besonders betroffene Gymnasien entsandt zu haben. Zudem seien weitere Einstellungen und zusätzliche Unterrichtsstunden für kurzfristige Vertretungen genehmigt worden. Die Organisationen hatten allerdings wiederholt beanstandet, dass den bisherigen Gesprächen keine hinreichend verbindlichen Zusagen gefolgt seien. Von der Zusammenkunft in Matignon erwarten sie deshalb konkrete Beschlüsse und Angaben zur Finanzierung.

Die Forderungen berühren unterschiedliche staatliche Zuständigkeiten. Für die Gebäude und einen Teil der materiellen Ausstattung der Gymnasien sind die Regionen verantwortlich. Der Zentralstaat entscheidet dagegen über Lehrpersonal, Lehrpläne und die Regeln des Hochschulzugangs. Verbesserungen müssen daher zwischen Bildungsministerium, Regionen und Hochschulen abgestimmt werden. Geffray hat außerdem eine Reform der Schülervertretung angekündigt. Vorgesehen sind unter anderem mehr Sitze im Conseil supérieur de l'éducation, dem obersten Bildungsrat, und eine stärkere Repräsentation der beruflichen Gymnasien.

Mit dem Empfang versucht die Regierung, die seit Ende September andauernden Proteste in einen verbindlicheren Verhandlungsrahmen zu überführen. Politisch heikel ist dabei die Verbindung zwischen kurzfristigen Hilfen und längerfristigen Ausgaben. Zusätzliche Lehrkräfte, mehr Studienplätze oder Sanierungen lassen sich nur begrenzt aus bestehenden Mitteln bestreiten. Ein Teil der Forderungen dürfte daher auch die Beratungen über den Staatshaushalt 2027 betreffen.

Geffray und Baptiste wollen die Ergebnisse am späten Nachmittag auf einer Pressekonferenz vorstellen. Vor Beginn der Gespräche lagen noch keine konkreten Regierungsbeschlüsse vor.

Quellen

  • Franceinfo
  • Französisches Bildungsministerium
  • Europe 1 mit AFP

Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).

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