Trappes – 26.10.2026: Sébastien Chenu, Vizepräsident des Rassemblement National, hat nach dem rassistisch motivierten Anschlag im Département Yvelines jede Mitverantwortung seiner Partei zurückgewiesen. Im Interview mit France Inter sagte er am Montag, zwischen dem Rassemblement National und dem Angriff bestehe keinerlei Verbindung. Zugleich warf er der linken Partei La France insoumise vor, die Tat auf unwürdige Weise politisch zu instrumentalisieren.
Der Angriff vom Freitag, dem 23. Oktober, forderte in Trappes und der Nachbargemeinde La Verrière einen Toten und fünf Verletzte, darunter ein zwölfjähriges Mädchen. Nach Angaben der Behörden eröffnete ein Mann an mehreren Orten aus einem Fahrzeug heraus das Feuer. Präsident Emmanuel Macron bezeichnete die Tat noch am selben Abend als rassistischen Terroranschlag.
Die nationale Antiterrorstaatsanwaltschaft übernahm die Ermittlungen wegen vorsätzlicher Tötung und versuchter Tötung in terroristischem Zusammenhang. Auch ein rassistisches Tatmotiv wird untersucht. Medienberichten zufolge soll der Verdächtige nach seiner Festnahme erklärt haben, Menschen wegen ihrer Hautfarbe oder ihrer vermeintlichen Herkunft ausgewählt zu haben. Ob und in welchem Umfang diese Angaben zutreffen, müssen die Ermittler klären.
Die polizeiliche Gewahrsamnahme des mutmaßlichen Schützen wurde in der Nacht zum Sonntag vorläufig ausgesetzt, damit er psychiatrisch untersucht werden kann. Daraus lässt sich noch keine Aussage über seine strafrechtliche Verantwortlichkeit ableiten. Die Ermittler befassen sich weiterhin mit dem Ablauf und der Vorbereitung der Tat, möglichen Kontakten des Verdächtigen sowie Material, das Hinweise auf seine ideologische Radikalisierung geben könnte.
Chenus Äußerungen reagieren auf Vorwürfe aus dem linken politischen Lager. Dort wird gefordert, nach dem Anschlag auch die öffentliche Sprache der extremen Rechten und ihren möglichen Einfluss auf das gesellschaftliche Klima zu untersuchen. Chenu wies einen solchen Zusammenhang zurück und erklärte, verantwortlich sei allein der Täter. Eine organisatorische oder persönliche Verbindung des Verdächtigen zum Rassemblement National ist bislang nicht öffentlich belegt.
Der Konflikt berührt eine seit Langem geführte französische Debatte über die politische Verantwortung für die Folgen rassistischer und fremdenfeindlicher Rhetorik. Juristisch ist eine nachweisbare Anstiftung von der politischen Bewertung öffentlicher Aussagen zu trennen. Ob der Verdächtige allein handelte, welche ideologischen Einflüsse ihn prägten und ob weitere Personen von seinen Plänen wussten, ist Teil der laufenden Untersuchung.
In Trappes und La Verrière konzentrieren sich die Behörden unterdessen auf die Versorgung der Verletzten und die Unterstützung der Angehörigen. Der Bürgermeister von Trappes, Ali Rabeh, bezeichnete die Tat als schweren Einschnitt für die Gemeinde. Die nationale Antiterrorstaatsanwaltschaft führt das Verfahren.
Quellen
- Franceinfo
- Associated Press
- Le Monde
- Euronews
- Parquet national antiterroriste
Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).