Paris – 05.09.2026: Frankreich verstärkt vor den jüdischen Herbstfeiertagen den Schutz von Synagogen und religiösen Zusammenkünften. Innenminister Laurent Nuñez hat die Präfekten angewiesen, Polizei und Gendarmerie zu erhöhter Wachsamkeit anzuhalten. In einem Schreiben vom 31. August verweist er auf die anhaltende terroristische Bedrohung und die Gefahr antisemitischer Übergriffe. Die Vorkehrungen betreffen besonders Rosch ha-Schana, Jom Kippur und Sukkot.
Die Präfekten sollen das Risiko vor Ort bewerten und die Sicherheitsmaßnahmen an besonders gefährdeten Standorten entsprechend anpassen. Wo es die Lage erfordert, sollen Polizei und Gendarmerie mit Soldaten der Antiterroroperation Sentinelle zusammenarbeiten. Der Schutz gilt neben Synagogen auch größeren religiösen Versammlungen, bei denen die Zahl der Besucher den Sicherungsbedarf erhöht.
Das Innenministerium begründet die Weisung mit einem weiterhin angespannten Lagebild. Nach den in dem Schreiben genannten Zahlen wurden im ersten Halbjahr 2026 landesweit 532 antisemitische Vorfälle registriert. Das waren zwar 18 Prozent weniger als im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Im März verzeichneten die Behörden jedoch nach einer Verschärfung der Lage im Nahen Osten einen deutlichen Anstieg.
Bereits für 2025 hatte das Ministerium mitgeteilt, dass antisemitische Taten 53 Prozent aller in Frankreich erfassten antireligiösen Delikte ausmachten. Angesichts der Größe der jüdischen Minderheit misst die Regierung diesem Anteil besonderes Gewicht bei. Zu den möglichen Schutzmaßnahmen gehören verstärkte Streifen, feste Posten vor Gebäuden und eine vorbeugende Beratung der Verantwortlichen religiöser Einrichtungen.
Eine Schlüsselrolle kommt den Präfekten zu. Als Vertreter des Staates koordinieren sie in den Départements Polizei, Gendarmerie, kommunale Stellen und gegebenenfalls militärische Unterstützung. Das Innenministerium unterhält zudem ein Netz von Sicherheitsberatern. Es unterstützt religiöse Einrichtungen unter anderem bei Zugangskontrollen, baulichen Schutzvorkehrungen und der Planung von Alarmwegen. Die Weisung schafft damit einen landesweiten Rahmen, lässt die konkrete Ausgestaltung aber bei den örtlichen Behörden.
Hinweise auf eine konkrete, unmittelbar bevorstehende Anschlagsgefahr enthält das Schreiben nach den vorliegenden Angaben nicht. Die Anordnung verdichtet vielmehr bestehende Vorkehrungen für einen absehbaren Zeitraum mit vielen Gottesdiensten und Zusammenkünften. Frankreich verstärkt die Bewachung religiöser Stätten regelmäßig zu wichtigen Feiertagen verschiedener Glaubensgemeinschaften. Bei jüdischen Einrichtungen fließen die terroristische Bedrohung und die Zahl antisemitischer Vorfälle zusätzlich in die Einsatzplanung ein.
Rosch ha-Schana eröffnet die Feiertagsperiode, anschließend folgen Jom Kippur und Sukkot. Bis dahin sollen die Präfekturen ihre Schutzkonzepte mit den betroffenen Gemeinden und den Sicherheitskräften abstimmen.
Quellen
- Franceinfo
- Le Parisien
- Französisches Innenministerium
Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).