Pomas – 05.09.2026: Rund 15 Familien in der Nähe des Schlosses von Pomas im Département Aude müssen ihre Wohnungen kurzfristig verlassen. Nach Angaben von Franceinfo räumte die zuständige Verwaltung den Betroffenen dafür eine Frist von 24 Stunden ein. Es besteht die Gefahr, dass Teile des schwer beschädigten Schlosses einstürzen und angrenzende Gebäude oder Wege treffen.
Der Tornado hatte Pomas am späten Nachmittag des 24. August getroffen. Innerhalb weniger Minuten richtete er in der Gemeinde nahe Carcassonne erhebliche Verwüstungen an. Einsatzkräfte, Fachleute für Gebäudesicherheit und Behörden untersuchen seither die Schäden. Ihre Sicherungsmaßnahmen gelten vor allem Häusern, deren Dächer, Mauern oder tragende Bauteile durch den Wind und umherfliegende Trümmer geschwächt wurden.
Besonders kritisch ist die Lage am Schloss, das auf einer Anhöhe im Ort steht. Die Anlage entstand überwiegend zwischen dem 15. und 17. Jahrhundert und steht unter Denkmalschutz. Zum geschützten Bestand gehören nach den Angaben in der Denkmaldatenbank des französischen Kulturministeriums auch ein bemalter Raum und dessen Decke im ersten Obergeschoss. Gutachten und Sicherungsarbeiten sollen nun klären, welche Teile erhalten werden können und wie sich ein Einsturz verhindern lässt.
Die Schadensbilanz vermittelt eine Vorstellung vom Ausmaß der Verwüstung: 387 Wohnungen und Häuser, rund 81 Prozent des Gebästands im Ort, waren nach Angaben aus dem Umfeld der Präfektur vom Tornado betroffen. Zuletzt galten 47 Gebäude als unbewohnbar. Fünf Häuser innerhalb des Sicherheitsbereichs um das Schloss konnten zunächst nicht vollständig geprüft werden, weil die Arbeiten dort mit besonderen Gefahren verbunden sind.
Für die nun zur Räumung aufgeforderten Familien verschärft sich damit eine ohnehin schwierige Lage. Bereits 56 vorübergehende Unterbringungen wurden von der Gemeinde und dem Gemeindeverband Carcassonne Agglo organisiert. Fast 15.000 Quadratmeter beschädigte Dachflächen ließen die Behörden provisorisch abdecken. Die Planen sollen verhindern, dass Regen in die Gebäude eindringt und weitere Schäden verursacht. Zugleich erschweren Absperrungen und statische Risiken den Bewohnern den Zugang zu ihrem Eigentum.
Auch die öffentliche Infrastruktur ist weiter beeinträchtigt. Die Schule von Pomas wurde schwer beschädigt. Ihre 78 Kinder werden seit dem 1. September in der Nachbargemeinde Couffoulens unterrichtet. Bei den Rettungs- und Aufräumarbeiten wurden insgesamt 57 Menschen medizinisch versorgt; 22 von ihnen kamen zur Behandlung in Krankenhäuser. Die Gendarmerie sichert die beschädigten Bereiche weiterhin ab.
Quellen
- Franceinfo
- Präfektur des Départements Aude
- La Semaine des Pyrénées
- Französisches Kulturministerium, Datenbank POP
Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).