Paris – 31.08.2026: Wenn am Dienstag, dem 1. September, in Frankreich das Schuljahr 2026/2027 beginnt, kehren rund zwölf Millionen Schülerinnen und Schüler in die Klassenzimmer zurück. Nach Angaben des Bildungsministeriums werden sie von 851.500 Lehrkräften unterrichtet. Die Regierung verbindet den Schulstart mit strengeren Regeln für Mobiltelefone, neuen Befragungen zum Schutz vor Gewalt und zusätzlichen Angeboten zur finanziellen Bildung.
Die weitreichendste Änderung betrifft die Handynutzung. Mobiltelefone bleiben nun während des gesamten Schultags auch an Gymnasien untersagt; für Schulen und Collèges galten bereits entsprechende Regeln. Das Verbot umfasst zudem Unterrichtsaktivitäten außerhalb des Schulgeländes. Ausnahmen sind für Geräte vorgesehen, auf die Schülerinnen und Schüler wegen einer Behinderung oder einer schweren gesundheitlichen Einschränkung angewiesen sind.
Wie die Telefone verwahrt werden, entscheiden die Einrichtungen selbst. Möglich sind etwa verschließbare Taschen, Schließfächer oder Sammelboxen. Damit verlagert sich ein Teil der praktischen Verantwortung auf die Schulen: Sie müssen Verfahren festlegen, die im Alltag funktionieren, den Zugriff auf die Geräte begrenzen und zugleich sicherstellen, dass Familien sie in dringenden Fällen erreichen können.
Das Bildungsministerium begründet die Ausweitung des Verbots mit der hohen Bildschirmnutzung und deren möglichen Folgen für Aufmerksamkeit, Konzentration und kritisches Denken. Auch digitale Schulplattformen sollen Ruhezeiten beachten. Zwischen 20 Uhr und 7 Uhr sowie vom Freitagabend bis zum Montagmorgen sollen Programme zur Organisation des Schulalltags keine Aktualisierungen verschicken.
Ein zweiter Schwerpunkt ist der Schutz von Kindern und Jugendlichen vor Gewalt, besonders in Internaten. Schülerinnen und Schüler mit Wohnheimunterbringung sollen zweimal im Jahr einen Onlinefragebogen erhalten. Eine weitere Befragung kann nach Klassenfahrten mit Übernachtung stattfinden. An öffentlichen Einrichtungen wird deren Organisation im Schuljahr 2026/2027 verbindlich; die Eltern müssen zuvor informiert werden.
Die Antworten können anonym oder unter Angabe des Namens erfolgen. Erfasst werden sollen Hinweise auf Misshandlung, Mobbing sowie sexualisierte und geschlechtsspezifische Gewalt. Die Befragungen gehören zum Aktionsplan "Das Schweigen brechen, gemeinsam handeln", den das Ministerium nach öffentlich gewordenen Gewaltfällen an mehreren Bildungseinrichtungen im März 2025 aufgelegt hatte.
Fortgesetzt wird außerdem das Programm Educfi der Banque de France. Alle Schülerinnen und Schüler der vierten Collège-Klasse sollen Grundlagen zu Haushaltsplanung, Girokonten, Zahlungsarten, Sparen, Krediten, Versicherungen, Steuern und Betrugsschutz kennenlernen. Parallel läuft die schrittweise eingeführte Bildung zu Beziehungen, Gleichberechtigung und Sexualität weiter. Sie behandelt unter anderem Zustimmung und den Schutz vor sexualisierter Gewalt.
Quellen
- Franceinfo: Neuerungen zum französischen Schulbeginn 2026
- Ministerium für nationale Bildung Frankreichs: Schuljahr 2026/2027
- Ministerium für nationale Bildung Frankreichs: Handyverbot und verantwortlicher Umgang mit Digitalem
- Eduscol: Prävention von Gewalt im schulischen Umfeld
- Ministerium für nationale Bildung Frankreichs: Finanzbildungsprogramm Educfi
Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).