Politik & Gesellschaft

Ermittlungen nach mutmaßlich homophobem Angriff in Paris

Der Präsident der LGBT+-Vereinigung FLAG!, Pierre Picavet, ist im Pariser Marais schwer verletzt worden. Die Staatsanwaltschaft untersucht, ob der Angriff aus homophoben Motiven erfolgte.

Paris – 31.08.2026: Nach dem schweren Angriff auf Pierre Picavet, den Präsidenten der LGBT+-Vereinigung FLAG!, hat die Pariser Staatsanwaltschaft Ermittlungen aufgenommen. Picavet wurde in der Nacht zum Samstag, 29. August, nach dem Verlassen eines Lokals im Viertel Marais angegriffen und anschließend in ein Krankenhaus gebracht. Am Montag sagte er dem Radiosender France Inter, er wolle nach seiner Genesung sein Engagement fortsetzen.

Nach Angaben der Staatsanwaltschaft erlitt der Polizeibeamte mehrere Verletzungen, darunter eine innere Blutung und eine offene Wunde am Kopf. Ein Mann soll zunächst eine Flasche nach ihm geworfen und anschließend auf ihn eingeschlagen haben. Ein Zeuge machte die Einsatzkräfte auf den mutmaßlichen Täter aufmerksam, der daraufhin festgenommen wurde. Auch die mutmaßliche Tatwaffe wurde sichergestellt.

Die Justiz ermittelt wegen schwerer Gewalt, die aufgrund der sexuellen Orientierung des Opfers begangen worden sein soll. Picavets Verletzungen führten nach der vorläufigen juristischen Bewertung zu einer Arbeitsunfähigkeit von mehr als acht Tagen. Der Verdächtige wurde 2006 geboren, war den Behörden bislang nicht wegen Vorstrafen bekannt und soll bei seiner Festnahme alkoholisiert gewesen sein. Für ihn gilt die Unschuldsvermutung.

Picavet erklärte laut Staatsanwaltschaft, während des Angriffs mehrfach homophob beleidigt worden zu sein. Er habe sich als Polizist zu erkennen gegeben und seinen Dienstausweis gezeigt, ohne den Angreifer damit stoppen zu können. Die Ermittler müssen nun Zeugenaussagen, gesicherte Spuren und mögliche Aufnahmen von Überwachungskameras aus der Umgebung auswerten. Dabei geht es sowohl um den genauen Tatablauf als auch um das mögliche diskriminierende Motiv.

FLAG! ist ein Verband für LGBT+-Beschäftigte der französischen Polizei, Gendarmerie sowie weiterer Bereiche des Innen- und Justizwesens. Die Organisation wendet sich gegen Diskriminierung und unterstützt Betroffene queerfeindlicher Gewalt beim Kontakt mit Behörden. Picavet steht dem Verband als Präsident vor. Dass ein Polizeibeamter angegriffen wurde, der sich beruflich und ehrenamtlich für Betroffene einsetzt, verleiht dem Fall besondere institutionelle Tragweite.

Die Organisation Stop Homophobie wertete die Tat als homophob motivierten Angriff. Auch der Pariser Bürgermeister Emmanuel Grégoire und die Präsidentin der Region Île-de-France, Valérie Pécresse, verurteilten die Gewalt öffentlich. Ob das mutmaßliche Motiv strafrechtlich nachgewiesen werden kann, hängt jedoch von den Ergebnissen der Ermittlungen ab. Politische Stellungnahmen und Verbandsäußerungen ersetzen diese Prüfung nicht.

Picavet sagte am Montag, er sei besonders erschüttert. Zugleich sehe er sich in der Überzeugung bestätigt, dass der Kampf gegen LGBT+-feindliche Gewalt fortgesetzt werden müsse. Die Staatsanwaltschaft hat den möglichen Bezug zur sexuellen Orientierung bereits ausdrücklich in den Tatvorwurf aufgenommen.

Quellen

  • Franceinfo
  • TF1 Info
  • FLAG!

Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).

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