Wirtschaft

Frankreich stellt mehr als eine Milliarde Euro für Landwirte bereit

Nach Hitze, Dürre und Bränden legt Frankreich ein milliardenschweres Hilfspaket für die Landwirtschaft auf. Es soll Ernteverluste abfedern, die Liquidität betroffener Höfe sichern und die Produktion 2027 stützen.

Châlons-en-Champagne – 04.09.2026: Nach einem außergewöhnlich heißen und trockenen Sommer stellt Frankreich mehr als eine Milliarde Euro für die Landwirtschaft bereit. Landwirtschaftsministerin Annie Genevard präsentierte das Hilfspaket am Freitag auf der Messe von Châlons-en-Champagne. Es richtet sich an Betriebe, deren Ernten, Futtervorräte oder Produktionsmittel durch Dürre, Hitzewellen und Waldbrände geschädigt wurden.

Nach Angaben des Landwirtschaftsministeriums lag die landesweite Durchschnittstemperatur im Juli 2026 bei 24,9 Grad Celsius und damit über den bisherigen Rekordwerten der Jahre 2003 und 1976. Rund 65 Prozent des Staatsgebiets waren von einer beispiellosen Trockenheit betroffen. In 95 Départements galten Wasserbeschränkungen, 79 von ihnen erreichten zeitweise die höchste Krisenstufe.

Die Regierung beziffert die durchschnittlichen Ertragseinbußen in zahlreichen Gebieten auf 50 Prozent. Besonders angespannt ist die Lage in der Tierhaltung: In mehreren Regionen liegen die Futterreserven um mehr als die Hälfte unter dem üblichen Niveau. Genevard begründete die Intervention mit akuten Liquiditätsproblemen bis hin zu drohenden Betriebsschließungen und dem Risiko, dass Höfe ihre Produktion 2027 nur eingeschränkt wieder aufnehmen können.

Den größten Einzelposten bildet mit voraussichtlich 520 Millionen Euro die nationale Solidaritätsentschädigung für außergewöhnliche klimabedingte Schäden. Bei versicherten Betrieben steigt der maximale Vorschuss von 70 auf 80 Prozent der erwarteten Entschädigung. Weitere 30 Millionen Euro sind für nicht versicherbare Schäden an Dauerkulturen, Weinbergen und Tierbeständen vorgesehen. Hinzu kommen lokale Entlastungen bei der Grundsteuer auf unbebaute Grundstücke von mehr als 300 Millionen Euro.

Für die Wiederaufnahme der Produktion schafft der Staat einen regional gesteuerten Fonds von 235 Millionen Euro. Präfekten sollen damit besonders betroffene Höfe beim Kauf von Futtermitteln, Saatgut, Pflanzen und anderen Betriebsmitteln unterstützen. Eingeschlossen sind Betriebe, die unter den Sommerbränden gelitten haben. Gefährdete Viehhalter sollen außerdem durch Futtertransporte zwischen den Regionen und gegebenenfalls aus europäischen Partnerländern versorgt werden.

Weitere 20 Millionen Euro sind für die Übernahme landwirtschaftlicher Sozialbeiträge durch die Mutualité sociale agricole vorgesehen. Betriebe mit Zahlungsschwierigkeiten können individuelle Stundungspläne erhalten. Die außerordentliche Hilfe für Stickstoffdünger wird bis zum 31. Dezember 2026 verlängert; dafür sind 145 Millionen Euro eingeplant. Die Unterstützung für landwirtschaftlichen Dieselkraftstoff läuft bis Oktober weiter und ist mit insgesamt 106 Millionen Euro veranschlagt.

Zugleich soll das Entschädigungsrecht angepasst werden. Von der Kampagne 2027 an will die Regierung den Referenzzeitraum zur Berechnung von Ertragsverlusten von fünf auf acht Jahre verlängern, um wiederkehrende Klimaschäden stärker zu berücksichtigen. Seit Juli arbeiten in allen Départements Dürrezellen mit staatlichen Stellen, Landwirtschaftskammern, Banken und der Sozialversicherung zusammen. Eine nationale Koordinierungsstelle soll die Umsetzung des Hilfsplans begleiten.

Quellen

  • Französisches Ministerium für Landwirtschaft, Ernährung und Ernährungssouveränität
  • Franceinfo

Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).

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