Paris – 29.08.2026: Der französische Feuerwehrverband unterstützt den angekündigten landesweiten Streik in den Feuerwehr- und Rettungsdiensten vom 8. September bis zum 20. Oktober 2026. Das erklärte sein Vertreter, Oberstleutnant David Annotel, am Freitag gegenüber Franceinfo. Eine Allianz aus neun Gewerkschaften hat beim Innenministerium eine Streikankündigung eingereicht, die sämtliche Beschäftigtengruppen der Dienste erfasst.
Die Nationale Föderation der französischen Feuerwehrleute hatte bereits am 13. August erklärt, sie teile einen Teil der Forderungen und respektiere die Mobilisierung. Nun stellt sie sich laut Annotel vollständig hinter die Bewegung. Damit erhält der Arbeitskampf Rückhalt von einer einflussreichen Organisation des französischen Feuerwehrwesens, die allerdings selbst keine Gewerkschaft ist.
Die Streikankündigung gilt vom 8. September um 0 Uhr bis zum 20. Oktober um 23.59 Uhr. In diesem Zeitraum können die Beschäftigten nach Angaben der Gewerkschaftsallianz unterschiedliche Formen des Protests wählen, darunter Arbeitsniederlegungen. Welche Folgen dies für Dienstpläne und Einsätze in den einzelnen Départements haben könnte, blieb zunächst offen. Frankreichs Feuerwehr- und Rettungsdienste sind dezentral organisiert; Umfang und Ablauf der Mobilisierung können deshalb regional variieren.
Im Kern verlangen die Gewerkschaften politische Zusagen in drei Bereichen: für ein Gesetz zur Modernisierung der zivilen Sicherheit, für eine ausreichende Finanzierung im Staatshaushalt 2027 und für ein Abkommen über Gesundheitsschutz, Sicherheit und berufliche Laufbahnen. Sie verweisen auf steigende Einsatzzahlen, knappe Personaldecken und eine Finanzierung, die ihrer Ansicht nach nicht mehr zu den wachsenden Aufgaben der Dienste passt.
Annotel fordert zudem 6.000 bis 7.000 zusätzliche Stellen. Damit solle die Zahl der Berufsfeuerwehrleute in Frankreich auf 50.000 steigen. Auch die Gewerkschaften verlangen verbindliche Neueinstellungen. Die zunehmende Belastung könne nicht dauerhaft von den vorhandenen Teams aufgefangen werden, lautet ihr Argument.
Ein weiterer Streitpunkt sind medizinische Hilfeleistungen. Feuerwehr und Rettungsdienste sollen nach dem Willen der Gewerkschaften wieder stärker für tatsächliche Notfälle verfügbar sein. Wenn Fahrzeuge und Mannschaften durch Einsätze ohne akute Dringlichkeit gebunden seien, fehlten sie andernorts. Mehr Anerkennung verlangen die Gewerkschaften außerdem für Beschäftigte in Verwaltung, Technik und spezialisierten Diensten.
Hinzu kommen Forderungen zum Schutz vor beruflichen Risiken, insbesondere vor giftigen und krebserzeugenden Stoffen. Die Allianz verlangt Verhandlungen über das Ende der Berufslaufbahn, Ruhestandsregeln, Gehaltstabellen und Zulagen. Beim Innenminister hat sie einen Gesprächstermin beantragt. Die sechswöchige Streikphase fällt damit in die Beratungen über die künftige Organisation und Finanzierung der zivilen Sicherheit.
Quellen
- Franceinfo
- Nationale Föderation der französischen Feuerwehrleute
- CFDT Feuerwehr- und Rettungsdienste Frankreichs
Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).