Paris – 29.08.2026: In Frankreich ist am 26. August eine Kinowoche angelaufen, deren auffälligste Filme von brüchigen Wirklichkeiten erzählen. Arthur Hararis "L'inconnue", Ridley Scotts "The Dog Stars", Manuela Martellis "Dégel" und Alberto Vázquez' Animationsfilm "Decorado" suchen auf sehr verschiedene Weise nach Halt: in einem fremden Körper, einer zerstörten Welt, verdrängten Erinnerungen und einem Alltag, der sich als Kulisse erweisen könnte.
Besondere Aufmerksamkeit gilt "L'inconnue", dem neuen französischen Film von Arthur Harari mit Léa Seydoux und Niels Schneider. Im Zentrum steht David Zimmerman, ein zurückgezogen lebender Fotograf. Auf einer Feier folgt er einer unbekannten Frau; wenige Stunden später erwacht er in ihrem Körper. Aus dieser verstörenden Prämisse entwickelt Harari einen fantastischen Thriller über Identität, Begehren und die Fremdheit des eigenen Ichs.
Der Film dauert zwei Stunden und zwanzig Minuten und verlangt seinen Hauptdarstellern ein präzises körperliches Spiel ab. Seydoux und Schneider imitieren einander nicht einfach. In Gesten, Blicken und vorsichtigem Zögern lassen sie vielmehr zwei Bewusstseine durchscheinen. Harari schrieb zuvor am Drehbuch zu "Anatomie eines Falls" mit. Auch diesmal beschäftigt ihn, wie vermeintlich sichere Gewissheiten unter wachsendem Druck zerfallen.
Ridley Scotts "The Dog Stars" führt in eine postapokalyptische Landschaft, in der ein Virus die Menschheit verwüstet hat. Jacob Elordi spielt den Piloten Hig, der mit seinem Hund und dem Überlebenskünstler Bangley auf einem verlassenen Luftwaffenstützpunkt lebt. Eine rätselhafte Funkübertragung verleitet ihn dazu, die Grenzen seines streng bewachten Rückzugsorts zu verlassen.
Scott adaptiert Peter Hellers Roman "Die Konstellation des Hundes". Neben Elordi gehören Josh Brolin, Margaret Qualley, Benedict Wong und Allison Janney zur Besetzung. Die Endzeitgeschichte konzentriert sich auf die Einsamkeit eines Mannes, dessen Flugzeug Zuflucht, Erinnerungsspeicher und mögliches Fluchtmittel zugleich ist. Der Hund bleibt ihm als letztes verlässliches Gegenüber.
Mit "Dégel" kehrt Manuela Martelli nach "Chile 1976" ins Kino zurück. Der in Cannes in der Reihe Un Certain Regard gezeigte Film spielt 1992 in Chile, das noch von den Folgen der Diktatur geprägt ist. Die neunjährige Inès hält sich bei ihren Großeltern in einem Berghotel auf und freundet sich mit der jungen deutschen Sportlerin Hanna an. Als Hanna verschwindet, gerät die Kindheit in den Sog eines größeren Schweigens.
"Decorado" schließlich folgt Arnold, einer arbeitslosen Maus, die ihre Umgebung zunehmend als künstliche Kulisse erkennt und sich von einem Konzern beobachtet fühlt. Alberto Vázquez verbindet in dem spanischen Animationsfilm schwarzen Humor mit bitterer Gesellschaftssatire. Der Film gehörte 2026 in Annecy zur offiziellen Auswahl und endet bei einer beunruhigend menschlichen Vermutung: Arnold glaubt, im falschen Stück gelandet zu sein.
Quellen
- Franceinfo
- Pathé Films
- Disney France Newsroom
- Festival de Cannes
- Annecy Festival
- Le Monde
- Télérama
Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).