Politik & Gesellschaft

Darmanin unterstützt Philippe nur unter Bedingungen

Gérald Darmanin und Édouard Philippe treten an diesem Sonntag gemeinsam in Tourcoing auf. Der Justizminister unterstützt Philippes Präsidentschaftskandidatur, fordert aber einen strengeren Kurs bei Einwanderung und Korrekturen an dessen Rentenplänen.

Tourcoing – 30.08.2026: Édouard Philippe tritt an diesem Sonntag bei der politischen Herbstveranstaltung von Gérald Darmanin im Botanischen Garten von Tourcoing auf. Damit erhält die seit dem 17. August bekannte Unterstützung des Justizministers für den Vorsitzenden der Partei Horizons eine öffentlich sichtbare Form. Darmanin hat auf eine eigene Kandidatur bei der Präsidentschaftswahl 2027 verzichtet. Er begründet dies mit dem Ziel, das politische Zentrum nicht weiter zu zersplittern.

Sein Rückhalt ist jedoch an klare Forderungen gebunden. Darmanin verlangt von Philippe eine deutlich strengere Politik bei Sicherheit und Einwanderung sowie größere Aufmerksamkeit für die soziale Lage der Arbeitnehmer. Der frühere Innenminister will auf diese Weise seine Vorstellung einer sozialen Rechten in die Kampagne einbringen. Nach eigener Darstellung strebt er für den Fall eines Wahlsiegs kein Ministeramt an, sondern möchte das politische Programm beeinflussen.

Besonders deutlich werden die Differenzen in der Rentenpolitik. Darmanin lehnt eine Anhebung des gesetzlichen Rentenalters auf 67 Jahre ab. Philippe habe seine Position in dieser Frage bislang nicht geändert, erklärte er. Der frühere Premierminister hält daran fest, dass die Lebensarbeitszeit insgesamt verlängert werden müsse. Zugleich verweist er auf die unterschiedlichen Belastungen einzelner Berufsgruppen und verspricht eine gerechte Ausgestaltung.

Auch bei der legalen Einwanderung reicht die Annäherung nur begrenzt. Darmanin hatte ein Moratorium verlangt. Philippe wies eine solche pauschale Aussetzung am 29. August zurück. Unter seiner Präsidentschaft solle Frankreich weiterhin ausländische Studierende und Arbeitskräfte aufnehmen, sagte er. Zugleich befürwortet er eine strengere Steuerung der Migration. Beide Politiker teilen somit den Wunsch nach einem restriktiveren Kurs, ohne dass Philippe die wirtschaftlich und akademisch begründete Zuwanderung grundsätzlich stoppen will.

Für Philippe besitzt die Zusammenkunft in Nordfrankreich erheblichen strategischen Wert. Im bisherigen Regierungslager konkurriert er vor der Wahl 2027 vor allem mit Gabriel Attal von Renaissance um die Führungsrolle. Darmanin verfügt über eine starke lokale Verankerung im Norden, Erfahrung aus mehreren Ministerämtern und ein eigenes Unterstützernetzwerk. Sein Rückhalt könnte Philippe den Zugang zu Wählern erleichtern, die sich vom bisherigen Regierungsblock sozial wenig vertreten fühlen.

Die Veranstaltung ist Darmanins vierte politische Herbstversammlung in Tourcoing. Sie folgt auf mehrere Reisen und Auftritte Philippes im August, darunter Besuche in Mayotte und La Réunion sowie Debatten beim französischen Arbeitgeberverband und mit François Hollande. Ein gemeinsames Programm soll dort noch nicht vorgestellt werden. Der Auftritt demonstriert vorerst Geschlossenheit, während die Konflikte bei Rente und Migration offenbleiben. Zugleich bewahrt Darmanin mit seinem 2025 ruhend gestellten Netzwerk Populaires ein eigenständiges Profil innerhalb des Bündnisses.

Quellen

  • Franceinfo
  • AFP via Boursorama
  • Le Monde
  • TF1 Info
  • Le Parisien

Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).

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