Umwelt

Studie: 560 Millionen Kinder erleben jährlich einen zusätzlichen Monat feuchter Hitze

Eine internationale Studie beziffert erstmals nach Altersgruppen, wie stark menschengemachte feuchte Hitze die Weltbevölkerung belastet. Besonders betroffen sind Kinder unter zehn Jahren in Ländern des Globalen Südens.

Brüssel – 27.08.2026: Rund 560 Millionen Kinder im Alter von null bis neun Jahren erleben jedes Jahr mindestens 30 zusätzliche Tage mit belastender feuchter Hitze, die dem menschengemachten Klimawandel zugerechnet werden. Das entspricht laut einer am 26. August im Fachjournal Science Advances veröffentlichten Untersuchung 43 Prozent aller Kinder dieser Altersgruppe weltweit.

Die internationale Forschungsgruppe unter Leitung der Vrije Universiteit Brussel verknüpfte Klimadaten und Bevölkerungszahlen mit Modellen zur Zuordnung klimatischer Veränderungen. Untersucht wurde, wie viele Tage mit Hitzestress ohne den Einfluss der vom Menschen verursachten Treibhausgasemissionen nicht aufgetreten wären. Die Analyse berücksichtigt neben hohen Temperaturen auch die Luftfeuchtigkeit: Je feuchter die Luft ist, desto schlechter kann der Körper Wärme durch verdunstenden Schweiß abgeben.

Kinder unter zehn Jahren sind der Untersuchung zufolge stärker von der zusätzlichen Belastung betroffen als jede andere betrachtete Altersgruppe. Zum Vergleich: Unter den 60- bis 69-Jährigen erleben etwa 190 Millionen Menschen oder 30 Prozent dieser Altersgruppe jährlich mindestens einen zusätzlichen Monat feuchter Hitze. Die Zahlen beschreiben allerdings die Exposition und nicht die Zahl konkreter Erkrankungen oder Todesfälle.

Besonders viele betroffene Kinder leben in Ländern des Globalen Südens. Dort kommen mehrere Faktoren zusammen: eine vergleichsweise junge Bevölkerung, vielerorts bereits hohe Temperaturen und eine starke zusätzliche Erwärmung. Zugleich sind Gesundheitsversorgung, Trinkwasserversorgung, gekühlte Räume und Hitzeschutz in Schulen und Betreuungseinrichtungen häufig weniger flächendeckend verfügbar. Aus einer klimatischen Belastung kann so rasch ein gesundheitliches und soziales Risiko werden.

Auch für eine weiter erwärmte Welt berechneten die Forschenden Szenarien. Bei 1,5 Grad Celsius über dem vorindustriellen Niveau könnten demnach 620 Millionen Kinder unter zehn Jahren jährlich mindestens 30 zusätzliche Hitzestress-Tage erleben. Bei zwei Grad wären es 650 Millionen. Diese Modellwerte sind keine Vorhersagen für ein bestimmtes Jahr, sondern beschreiben mögliche Belastungen bei unterschiedlichen Erwärmungsniveaus.

Für Säuglinge und Kleinkinder ist feuchte Hitze besonders gefährlich, weil sie ihre Körpertemperatur weniger wirksam regulieren können und auf den Schutz durch Erwachsene angewiesen sind. Schatten, ausreichend Trinkwasser, angepasste Tagesabläufe und geeignete Innenräume gewinnen daher an Bedeutung.

Die Autoren leiten daraus zwei Aufgaben ab: Treibhausgasemissionen müssten schneller sinken, zugleich brauche es gezielten Hitzeschutz. Genannt werden kommunale Aktionspläne, verlässliche Warnsysteme, belastbare Gesundheitsdienste sowie Schutzkonzepte für Schulen und Betreuungseinrichtungen. Die Untersuchung liefert nach Angaben der Forschenden erstmals eine globale, nach Altersgruppen gegliederte Schätzung der bereits heute dem Klimawandel zurechenbaren Belastung durch feuchte Hitze.

Quellen

  • Franceinfo: Bericht über die Studie zur Belastung von Kindern durch feuchte Hitze
  • Vrije Universiteit Brussel: Mitteilung zur altersabhängigen Belastung durch menschengemachte feuchte Hitze
  • Science Advances: Studie zur altersabhängigen Exposition gegenüber feuchter Hitze
  • EurekAlert!: Angaben zu Veröffentlichung und Methodik

Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).

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