Politik & Gesellschaft

Jüdische Studierende unterbrechen Bardellas Rede beim RN-Kongress

Vier Mitglieder der Union jüdischer Studierender Frankreichs haben in Orléans eine Rede von Jordan Bardella unterbrochen. Mit ihrer Aktion protestierten sie gegen Rassismus und Antisemitismus im Rassemblement National.

Orléans – 25.10.2026: Vier Mitglieder der Union jüdischer Studierender Frankreichs (UEJF) haben am Sonntag eine Rede von Jordan Bardella beim Kongress des Rassemblement National (RN) in Orléans unterbrochen. Während des Auftritts des Parteivorsitzenden entrollten sie ein Transparent. Sicherheitskräfte und weitere Anwesende führten die Aktivisten anschließend aus dem Saal. Die UEJF bekannte sich im Onlinedienst X zu der Aktion.

Die Organisation erklärte, sie habe an den Rassismus und Antisemitismus erinnern wollen, den sie dem RN vorwirft. Nach ihrer Darstellung seien ihre Mitglieder gewaltsam aus der Halle gebracht worden. Der genaue Ablauf und das Verhalten der Beteiligten ließen sich zunächst nicht unabhängig im Detail überprüfen. Fest steht, dass die kurze Störung Bardellas Ansprache unterbrach und im Saal für Unruhe sorgte.

Der Vorfall ereignete sich am zweiten Tag des 19. RN-Kongresses, der am 24. und 25. Oktober in Orléans stattfand. Bardella war dort am Samstag ohne Gegenkandidaten mit 98,98 Prozent der Stimmen als Parteivorsitzender bestätigt worden. Die nahezu einstimmige Wiederwahl sollte Geschlossenheit demonstrieren und seine Stellung an der Spitze des RN festigen.

Der Kongress war von umfangreichen Sicherheitsmaßnahmen begleitet. Der Zugang zum Gelände wurde kontrolliert, während in Orléans Gegner der Partei demonstrierten. Die Protestaktion im Saal durchbrach damit für wenige Minuten eine Veranstaltung, deren Ablauf weitgehend auf Geschlossenheit und politische Inszenierung angelegt war. Die Kundgebung außerhalb des Kongressgeländes verlief nach Medienberichten ruhig.

Die UEJF engagiert sich gegen Antisemitismus und Rassismus an Hochschulen und im öffentlichen Leben. Ihre Aktion knüpfte an die anhaltende Auseinandersetzung über Herkunft und Entwicklung des RN an. Die Partei weist die Bezeichnung als antisemitisch zurück und bemüht sich seit Jahren darum, sich von besonders radikalen Positionen ihrer Vergangenheit abzugrenzen. Dazu gehört auch eine veränderte öffentliche Haltung gegenüber Israel und jüdischen Organisationen.

Kritiker verweisen dagegen auf die Geschichte des früheren Front National und auf wiederkehrende Kontroversen um Äußerungen von Funktionären und Kandidaten. Dieser Streit gehört seit Jahren zur politischen Normalisierungsstrategie des RN: Während die Parteiführung ihre Regierungsfähigkeit betont, halten Gegner ihr vor, personelle und ideologische Kontinuitäten nicht ausreichend aufgearbeitet zu haben.

Für Bardella hatte der Kongress zugleich strategische Bedeutung. Seine Wiederwahl stärkt ihn für die weitere Vorbereitung der Präsidentschaftswahl, während Marine Le Pen eine prägende Figur der Partei bleibt. Die vier UEJF-Mitglieder brachten mit ihrer Unterbrechung genau jene historische Belastung zur Sprache, die der RN mit seinem demonstrativ geschlossenen Kongress hinter sich lassen wollte.

Quellen

  • franceinfo
  • Le Parisien
  • RTL
  • Rassemblement National
  • Le Monde

Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).

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