Politik & Gesellschaft

Frankreichs Berufsfeuerwehr kündigt wochenlangen Streik an

Acht von neun repräsentativen Gewerkschaften der französischen Berufsfeuerwehr haben einen Streik vom 8. September bis 20. Oktober angekündigt. Sie fordern mehr Personal, bessere Ausrüstung und verbindliche Fortschritte bei der Reform des Zivilschutzes.

Paris – 29.08.2026: Acht von neun repräsentativen Gewerkschaften der französischen Berufsfeuerwehr haben einen landesweiten Streikvorbescheid für den Zeitraum vom 8. September bis 20. Oktober eingereicht. Nach Angaben des Gewerkschaftssprechers Xavier Boy richtet sich der Arbeitskampf an die Regierung und insbesondere an Innenminister Laurent Nuñez. Die Organisationen fordern zusätzliche Stellen, bessere Ausrüstung und verbindliche Zusagen für eine Reform des Zivilschutzes.

Der Zeitraum ist auf zwei politische Termine abgestimmt. Am 8. September soll das Innenministerium den Gewerkschaften den Entwurf eines Gesetzes zur Modernisierung des Zivilschutzes vorlegen. Am 20. Oktober beginnt im Parlament die erste Lesung des Haushaltsgesetzes für 2027. Die Beschäftigtenvertreter wollen beide Verfahren nutzen, um allgemeine Ankündigungen der Regierung in gesetzliche und finanzielle Festlegungen zu überführen.

Der Streikvorbescheid folgt auf einen Sommer, der vielerorts von großen Vegetations- und Waldbränden geprägt war. Nach dem Großbrand bei Saumos im Département Gironde hatten die Gewerkschaften Mitte August erneut vor Personalmangel und unzureichenden Einsatzfahrzeugen für Waldbrände gewarnt. Ein anschließendes Treffen mit Laurent Nuñez brachte aus ihrer Sicht keine unmittelbar greifbaren Maßnahmen. Die Gewerkschaften kündigten deshalb an, den Druck auf die Regierung aufrechtzuerhalten.

Ihre zentrale Forderung ist die Schaffung von 20.000 zusätzlichen Stellen für Berufsfeuerwehrleute. Nach Gewerkschaftsangaben haben zudem etwa 3.000 freiwillige Feuerwehrkräfte die erforderliche Auswahlprüfung bereits bestanden. Sie könnten demnach rasch in ein Beamtenverhältnis übernommen werden. Dadurch ließen sich die personellen Reserven der Feuerwehr- und Rettungsdienste schneller verstärken, als dies allein durch neue Auswahlverfahren möglich wäre.

Hinzu kommen Forderungen zum Gesundheits- und Arbeitsschutz. Die Gewerkschaften verlangen, die Belastung durch giftige und krebserregende Stoffe stärker anzuerkennen und Einsatzkräfte besser gegen körperliche sowie psychische Langzeitfolgen ihrer Arbeit abzusichern. Sie verweisen dabei auf eine steigende Zahl von Einsätzen und auf besondere Gefahren bei lang andauernden Bränden. Auch die Beschaffung geeigneter Fahrzeuge und persönlicher Schutzausrüstung gehört zu ihrem Forderungskatalog.

Frankreichs Feuerwehr- und Rettungsdienste werden auf Ebene der Départements organisiert und stützen sich auf Berufsfeuerwehrleute sowie eine große Zahl freiwilliger Kräfte. Personalentscheidungen und Ausrüstung hängen daher von mehreren staatlichen und lokalen Ebenen ab. Der angekündigte Arbeitskampf richtet sich vor allem auf jene Entscheidungen, die Regierung und Parlament im Gesetzgebungs- und Haushaltsverfahren treffen können.

Das Innenministerium hatte zugesagt, die Ergebnisse eines seit Mitte 2024 geführten Dialogs über die Zukunft des Zivilschutzes in den Gesetzentwurf einfließen zu lassen. Laurent Nuñez stellte außerdem zusätzliche Einnahmen für die Feuerwehr- und Rettungsdienste der Départements im Haushalt 2027 in Aussicht. Am 8. September soll der angekündigte Entwurf den Gewerkschaften vorgelegt werden.

Quellen

  • Franceinfo
  • Le Parisien mit AFP
  • HuffPost mit AFP

Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).

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