Wien – 29.08.2026: Zwei unbekannte Männer haben am Donnerstag, 27. August, aus dem Museum für angewandte Kunst in Wien ein historisches Diamantcollier von Van Cleef & Arpels geraubt. Nach Angaben der Wiener Polizei schlugen sie gegen 14 Uhr eine Vitrine ein, nahmen das Schmuckstück an sich und flohen. Das Landeskriminalamt Wien veröffentlichte Bilder der Verdächtigen und fahndet nach ihnen.
Das Collier gehörte einst Nazli Sabri, der letzten Königin Ägyptens. Es besteht aus Platin und 673 Diamanten mit einem Gesamtgewicht von mehr als 200 Karat. Seine Geschichte verbindet die Pariser Juwelierkunst mit einer dynastischen Hochzeit: Nazli trug es 1939 bei der Vermählung ihrer Tochter, Prinzessin Fawzia, mit dem damaligen iranischen Kronprinzen Mohammed Reza Pahlavi.
Van Cleef & Arpels hatte die Garnitur für die ägyptische Königsfamilie geschaffen. Zu ihr gehörten weitere Schmuckstücke, darunter ein Diadem. Das geraubte Collier folgt der geometrischen Formensprache des Art déco. Seine Herkunft und sein hoher Wiedererkennungswert dürften einen Verkauf als vollständiges Stück erheblich erschweren. Zugleich besteht bei geraubtem Schmuck grundsätzlich die Gefahr, dass Edelsteine aus ihrer Fassung gelöst und einzeln weitergegeben werden.
Gezeigt wurde das Collier in der Ausstellung "GLANZSTÜCKE", die Arbeiten von Van Cleef & Arpels mit Werken aus der Sammlung des Museums verbindet. Rund 500 Objekte erzählen von Material, Handwerk und Gestaltung, von der Wiener Werkstätte bis zur Pariser Haute Joaillerie. Die Schau ist seit dem 10. Juni zu sehen und soll nach Angaben des Hauses bis zum 27. September 2026 dauern.
Das Museum öffnete die Ausstellung am Freitag wieder für Besucher. Generaldirektorin Lilli Hollein erklärte, die Wiedereröffnung sei mit der Polizei abgestimmt worden. Bei dem bewaffneten Überfall wurde niemand verletzt. Für die Präsentation war nach Angaben des Hauses gemeinsam mit Van Cleef & Arpels ein eigenes Sicherheitskonzept entwickelt worden. Das Collier befand sich demnach in einer in die Wand eingebauten Sicherheitsvitrine aus Panzerglas.
Die Polizei beschreibt beide Tatverdächtigen als schlank, etwa 1,70 bis 1,75 Meter groß, mit dunklem Haar und dunklem Bart. Sie sollen schwarze Oberbekleidung sowie dunkle Turnschuhe mit weißen Sohlen getragen haben. Gesucht wird ausdrücklich auch das Collier selbst. Hinweise nimmt das Landeskriminalamt Wien entgegen.
Der Verlust trifft das Museum deshalb besonders, weil das Schmuckstück weit mehr als einen materiellen Wert besitzt. Es dokumentiert höfische Repräsentation, französisches Design und die politischen Verbindungen zweier Monarchien kurz vor dem Zweiten Weltkrieg. Gerade diese lückenlos belegte Geschichte macht das geraubte Collier unverwechselbar.
Quellen
- Franceinfo
- Landespolizeidirektion Wien
- MAK – Museum für angewandte Kunst Wien
- Van Cleef & Arpels
Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).