Paris – 23.10.2026: Frankreich bereitet sich mit einem Großaufgebot der Sicherheitskräfte auf die für Samstag, 24. Oktober, angekündigten Demonstrationen vor. In mehreren Städten gelten weitreichende Auflagen oder vollständige Verbote. Für Paris änderte die Polizeipräfektur kurzfristig die geplante Strecke: Statt von der Bastille zur Nation soll der Demonstrationszug von der Porte d'Italie zur Porte de Vincennes führen. Die Kundgebung ist nach den veröffentlichten Angaben zwischen 13 und 19 Uhr vorgesehen.
Die Sicherheitsvorkehrungen greifen auch in den Kulturbetrieb ein. Der Louvre und weitere große Museen in Paris bleiben am Samstag geschlossen. Die Stadt schließt mehrere kommunale Häuser, darunter das Musée Carnavalet, das Musée Cognacq-Jay, das Maison de Victor Hugo und das Petit Palais. Begründet werden die Schließungen mit dem Schutz von Besucherinnen und Besuchern, Beschäftigten und Sammlungen.
In Lyon untersagte der Präfekt des Départements Rhône mit einer Anordnung vom 23. Oktober Demonstrationen, Aufzüge und politische Versammlungen in einem weiten Teil der Innenstadt. Die Regelung gilt am Samstag von 10 bis 23 Uhr. Die Stadtverwaltung betonte, dass Präfektur und Nationalpolizei für diese Maßnahme verantwortlich seien.
Auch in Montpellier und Marseille wurden Versammlungen untersagt oder erheblich beschränkt. In Marseille wurde eine bereits für Minderjährige geltende nächtliche Ausgangsbeschränkung im Zentrum auf Erwachsene ausgeweitet. Die Behörden begründen die Eingriffe mit dem Risiko erneuter Ausschreitungen, Sachbeschädigungen und Plünderungen nach den Protesten der Vorwoche.
Gegen die Verbote und Auflagen regt sich juristischer Widerstand. Sieben Parteien des linken politischen Spektrums reichten beim Staatsrat einen Eilantrag ein. Sie wenden sich insbesondere dagegen, dass Demonstrationen abhängig von der politischen oder organisatorischen Zuordnung der Anmelder unterschiedlich behandelt werden könnten. Verwaltungsgerichte können solche Verbote darauf prüfen, ob sie notwendig und verhältnismäßig sind.
In Paris änderte sich die Lage innerhalb weniger Stunden. Am Donnerstag war zunächst ein Marsch zwischen Bastille und Nation genehmigt worden. Am Freitag gaben die Behörden dann eine Strecke entlang der Boulevards des Maréchaux im Südosten der Hauptstadt vor. Gewerkschaften und studentische Gruppen hielten Medienberichten zufolge teilweise an ihren ursprünglichen Plänen fest.
Landesweit sollen am Samstag rund 70.000 Sicherheitskräfte eingesetzt werden. In Paris gelten darüber hinaus räumlich begrenzte Verbote für nicht angemeldete Versammlungen. Sie reichen bis in die Nacht zum Montag, 26. Oktober, und betreffen vor allem zentrale Viertel sowie Bereiche in der Nähe wichtiger Bahnhöfe.
Quellen
- Franceinfo
- Stadt Paris
- Stadt Lyon
- Associated Press
- Le Monde
- Paris je t'aime
- Le Parisien
Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).