Politik & Gesellschaft

Drei Vertraute des Verdächtigen von Trappes in Polizeigewahrsam

Nach den tödlichen Schüssen in Trappes und La Verrière ermittelt die Antiterrorstaatsanwaltschaft wegen eines mutmaßlich rassistischen Anschlags. Neben dem 39-jährigen Verdächtigen werden drei Menschen aus seinem Umfeld festgehalten.

Trappes – 24.10.2026: Nach den tödlichen Schüssen in Trappes und La Verrière hat die französische Antiterrorstaatsanwaltschaft den Polizeigewahrsam des 39 Jahre alten Hauptverdächtigen verlängert. Drei weitere Menschen aus seinem familiären und persönlichen Umfeld, darunter seine Mutter, werden ebenfalls festgehalten und von Ermittlern befragt. Geprüft wird, ob sie von möglichen Vorbereitungen wussten, den Verdächtigen unterstützten oder Hinweise auf sein Motiv geben können.

Bei dem Angriff am Freitagmorgen, dem 23. Oktober, wurde nach Angaben der Antiterrorstaatsanwaltschaft ein Mensch getötet; fünf weitere wurden verletzt. Unter den Verletzten ist ein zwölfjähriges Mädchen. Der mutmaßliche Täter soll aus einem Fahrzeug heraus an mehreren Orten in den beiden Gemeinden im Département Yvelines geschossen haben. Einsatzkräfte nahmen ihn anschließend im benachbarten Coignières fest.

Die Staatsanwaltschaft ermittelt wegen Mordes und versuchten Mordes im Zusammenhang mit einer terroristischen Vereinigung. Zugleich untersucht sie einen möglichen rassistischen Beweggrund. Demnach könnten die Opfer aufgrund ihrer tatsächlichen oder vermeintlichen Zugehörigkeit zu einer ethnischen Gruppe, Nation oder Religion ausgewählt worden sein. Diese rechtliche Einordnung bildet bislang einen Ermittlungsansatz; über Schuld und Tatmotiv ist damit noch nicht entschieden.

Präsident Emmanuel Macron besuchte Trappes am Freitagabend und bezeichnete die Tat als rassistisch motivierten Terroranschlag. Nach den bislang veröffentlichten Angaben soll der Verdächtige bei seiner Festnahme Äußerungen gemacht haben, die auf eine gezielte Auswahl von Menschen nach ihrer Hautfarbe hindeuten. Die Ermittler prüfen, ob sich diese Aussagen in den Vernehmungen bestätigen und ob dahinter eine gefestigte ideologische Überzeugung stand.

An den Ermittlungen sind die Antiterrorabteilung der Nationalpolizei, der französische Inlandsnachrichtendienst und die Kriminalpolizei beteiligt. Bei der Durchsuchung der Wohnung des Verdächtigen in Plaisir fanden Fachleute nach Justizangaben eine Vorrichtung aus drei Gasflaschen, elektrischen Kabeln und einer Zeitschaltuhr. Nun wird untersucht, ob neben der Schussserie weitere Gewalttaten vorbereitet worden sein könnten. Auch Herkunft und Zweck der gefundenen Gegenstände müssen geklärt werden.

Die verlängerte Vernehmung gibt den Behörden mehr Zeit, Spuren aus dem Fahrzeug, der Wohnung und den Kommunikationsmitteln mit den Aussagen des Verdächtigen abzugleichen. Das französische Strafverfahrensrecht erlaubt bei Terrorermittlungen unter richterlicher Kontrolle eine Ausdehnung des Polizeigewahrsams über die üblichen Fristen hinaus.

Dass Menschen aus dem Umfeld des Verdächtigen festgehalten werden, bedeutet keinen Nachweis ihrer Beteiligung. Ihre Aussagen können Aufschluss über Kontakte, mögliche Waffenbeschaffung, Bewegungen und Vorbereitungen geben. Ob der Hauptverdächtige einem Ermittlungsrichter vorgeführt wird und ob gegen die drei weiteren Festgehaltenen konkrete Vorwürfe erhoben werden, war am Samstagmittag noch offen.

Quellen

  • Franceinfo
  • Parquet national antiterroriste
  • Le Monde
  • Le Parisien
  • Légifrance

Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).

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