International

Berlin macht Russland für Drohnenangriff in Leipzig verantwortlich

Nach dem Fund einer mit Sprengstoff bestückten Drohne am Flughafen Leipzig/Halle macht die Bundesregierung Russland für den versuchten Angriff verantwortlich. Der Vorfall belastet nun auch die Beziehungen zwischen Moskau und der Europäischen Union.

Leipzig – 03.09.2026: Der Fund einer mit Sprengstoff bestückten Drohne am Flughafen Leipzig/Halle hat sich binnen eines Monats zu einem außenpolitischen Konflikt entwickelt. Die Bundesregierung erklärte am 1. September, Russland trage die Verantwortung für den versuchten Angriff vom 4. August. Die Drohne war in einem Sicherheitsbereich des Frachtflughafens entdeckt und entschärft worden.

Der Fund beeinträchtigte in jener Nacht vorübergehend den Flugbetrieb. Leipzig/Halle gehört zu den wichtigsten europäischen Umschlagplätzen für Luftfracht und wird auch für Transporte genutzt, die mit der Unterstützung der Ukraine zusammenhängen. Nach Darstellung der Bundesregierung richtete sich der Angriff gegen Frachtflugzeuge. Verletzt wurde niemand.

Bundesinnenminister Alexander Dobrindt und Außenminister Johann Wadephul begründeten die öffentliche Zuschreibung mit Erkenntnissen der deutschen Sicherheitsbehörden. Einzelheiten zu Spuren, möglichen Tatbeteiligten oder Ermittlungsmethoden nannte die Regierung nicht. Berlin wertet den Vorfall als Teil der hybriden Kriegsführung gegen Deutschland und seine Verbündeten. Russland weist die Verantwortung zurück.

Die Bundesregierung hat mehrere diplomatische Schritte angekündigt. Das russische Generalkonsulat in Bonn soll am 18. September schließen. Außerdem will Berlin den Mietvertrag für das Russische Haus in der Hauptstadt beenden, die Einreisekontrollen für russische Staatsangehörige verschärfen und sich in der Europäischen Union für weitere Sanktionen gegen Verantwortliche einsetzen. Auch der Druck auf die sogenannte russische Schattenflotte soll steigen, mit der Moskau nach westlicher Einschätzung Sanktionen umgeht.

Bei einem informellen Treffen der Außenministerinnen und Außenminister der Europäischen Union im irischen Wicklow stand der Leipziger Fall am 2. September auf der Tagesordnung. Die Europäische Kommission und der Europäische Rat sicherten Deutschland Unterstützung zu. Die EU-Außenbeauftragte Kaja Kallas erklärte, der versuchte Angriff trage nach ihrer Einschätzung Merkmale staatlich geförderten Terrorismus.

Für den Flughafen wirft der Fund zugleich praktische Sicherheitsfragen auf. Eine mit Sprengstoff versehene Drohne gelangte in einen besonders geschützten Bereich kritischer Infrastruktur. Bereits unmittelbar nach dem Vorfall hatte die Bundesregierung eingeräumt, dass die für Leipzig vorgesehene Technik zur Abwehr kleiner Drohnen noch beschafft werde. Der Flughafen ist wegen seiner wirtschaftlichen Bedeutung und seiner Rolle bei sensiblen Frachttransporten ein besonders schutzbedürftiger Standort.

Zum strafrechtlichen Ermittlungsstand machen die Behörden bislang nur begrenzte Angaben. Sie behandeln den Vorfall als versuchten Anschlag und setzen ihre Untersuchungen fort. Die politische Bewertung Berlins fällt dagegen eindeutig aus: Bundeskanzler Friedrich Merz informierte den ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj am 2. September über die deutsche Zuordnung des Angriffs.

Quellen

  • Franceinfo
  • Auswärtiges Amt
  • Bundesregierung
  • Europäische Kommission
  • Europäischer Rat
  • Associated Press

Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).

Ende des Artikels

Geräteansicht