Leipzig – 03.09.2026: Die Bundesregierung macht Russland für den vereitelten Anschlag mit einer Sprengstoffdrohne am Flughafen Leipzig/Halle verantwortlich. Bundesinnenminister Alexander Dobrindt und Außenminister Johann Wadephul erklärten am 1. September, Erkenntnisse deutscher Sicherheitsbehörden und europäischer Partner sprächen für eine russische Beteiligung. Der Vorfall vom 4. August hat damit diplomatische und sicherheitspolitische Folgen.
Am Flughafen war eine mit Sprengstoff und einer Zündvorrichtung ausgestattete Drohne in der Nähe ukrainischer Frachtflugzeuge entdeckt worden. Die Polizei sicherte und entschärfte das Gerät, der Flugbetrieb wurde zeitweise eingeschränkt. Nach Medienberichten könnte der Anschlag einem Flugzeug von Antonov Airlines gegolten haben, das für Transporte im Zusammenhang mit der Unterstützung der Ukraine eingesetzt wird. Der Generalbundesanwalt und das Bundeskriminalamt ermitteln.
Dobrindt bezeichnete den Vorgang als gezielten hybriden Angriff. Nach Angaben der Bundesregierung beruht diese Bewertung auf technischen Spuren, der Art des Sprengstoffs und Erkenntnissen über vergleichbare Operationen. Zwei Verdächtige mit Verbindungen nach Russland sollen identifiziert worden sein. Die strafrechtlichen Ermittlungen sind allerdings noch nicht abgeschlossen. Eine gerichtsfeste Klärung der individuellen Verantwortung steht deshalb aus.
Berlin kündigte als Reaktion die Schließung des russischen Generalkonsulats in Bonn an. Zudem soll der Vertrag für das Russische Haus in Berlin beendet werden. Die Bundesregierung will auch den Druck auf Akteure erhöhen, die mit Russlands sogenannter Schattenflotte in Verbindung gebracht werden. Gemeint sind Schiffe und Unternehmen, mit deren Hilfe Sanktionen gegen russische Ölexporte umgangen werden sollen. Die Maßnahmen richteten sich gegen staatliche und staatsnahe Strukturen, nicht pauschal gegen russische Bürgerinnen und Bürger.
Wadephul stellte den Leipziger Fall in den Zusammenhang mutmaßlicher Sabotageakte, Spionage, Desinformation und Einschüchterungsversuche in Europa. Deutschland werde Angriffe auf seine kritische Infrastruktur nicht hinnehmen, erklärte er. Die politische Zuordnung sei mit europäischen Partnern abgestimmt worden.
Auch bei einem informellen Treffen der Außenminister der Europäischen Union am 1. und 2. September im irischen Wicklow wurden mutmaßliche hybride Angriffe aus Russland beraten. Mehrere Regierungen sehen wachsende Gefahren für Verkehrswege, Energieanlagen und militärisch bedeutsame Logistik. Gerade zivile Einrichtungen können dabei wegen ihrer Rolle für Lieferketten und Truppenbewegungen zu möglichen Zielen werden.
Leipzig/Halle zählt zu den wichtigsten europäischen Luftfrachtzentren und wird regelmäßig von ukrainischen Antonov-Maschinen angeflogen. Nach dem Fund will die Bundesregierung die Abwehr gegen Drohnen an deutschen Flughäfen ausbauen. Leipzig/Halle soll vorrangig mit mobiler Abwehrtechnik ausgestattet werden.
Quellen
- Franceinfo
- Auswärtiges Amt
- Bundesregierung
- Tagesschau
- Associated Press
Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).