Umwelt

Zehn Nilkrokodile schlüpfen in Pierrelatte unter freiem Himmel

In der Ferme aux Crocodiles sind zehn Nilkrokodile ohne künstliche Bebrütung geschlüpft. Nach Angaben des Tierparks hielt die lange Hitzeperiode den Boden drei Monate lang auf rund 30 Grad - selbst nachts.

Pierrelatte – 25.08.2026: In der Ferme aux Crocodiles in Pierrelatte sind zehn Nilkrokodile ohne künstliche Bebrütung geschlüpft. Die Jungtiere wurden am vergangenen Wochenende auf einer Außenanlage des Tierparks im Département Drôme entdeckt. Pfleger brachten sie anschließend in einen geschützten Bereich, um ihren Gesundheitszustand zu kontrollieren und ihre weitere Entwicklung zu beobachten.

Nach Angaben des Parks ist es das erste Mal in Frankreich, dass Nilkrokodile unter solchen Bedingungen zur Welt gekommen sind. Üblicherweise werden die Eier in zoologischen Einrichtungen in Inkubatoren ausgebrütet, in denen sich Temperatur und Feuchtigkeit genau steuern lassen. Das Nest in Pierrelatte blieb dagegen während der gesamten Entwicklungszeit im Freien; der Park griff nach eigener Darstellung nicht in den Brutvorgang ein.

Möglich wurde dies durch die außergewöhnlich lang anhaltende Hitze. Der Boden habe rund drei Monate lang eine Temperatur von etwa 30 Grad gehalten, sagte der für die Tiere zuständige Mitarbeiter des Parks dem Sender ICI Drôme Ardèche. Selbst nachts sei der Untergrund nicht wesentlich abgekühlt. So entstanden Verhältnisse, die den natürlichen Brutbedingungen der aus Afrika stammenden Nilkrokodile nahekommen.

Die Nesttemperatur ist bei Krokodilen für die Embryonalentwicklung von besonderer Bedeutung. Sie beeinflusst bei vielen Arten zudem die Geschlechtsentwicklung der Jungtiere. Zoologische Einrichtungen arbeiten deshalb gewöhnlich mit kontrollierten Brutapparaten und eng gesetzten Temperaturkorridoren. Dass Eiablage, Entwicklung und Schlupf auf einer Außenanlage gelangen, ist für Pierrelatte ungewöhnlich: Das Klima im Rhônetal bietet im Regelfall keine über Monate stabilen tropischen Bodentemperaturen.

Der Fund ist daher weniger als neue Zuchtmethode denn als Folge einer besonderen Wetterlage zu verstehen. Er lässt für sich genommen weder Rückschlüsse auf künftige Sommer noch auf dauerhaft veränderte Haltungsbedingungen zu. Er dokumentiert jedoch, wie stark sich eine lange Wärmeperiode auf ein räumlich begrenztes, künstlich gestaltetes Ökosystem auswirken kann.

Die Ferme aux Crocodiles beherbergt zahlreiche Reptilienarten. Für Nilkrokodile nennt eine Genehmigung der Präfektur der Drôme eine zulässige Höchstzahl von 280 Tieren im Hauptgehege. Damit gelten konkrete behördliche Vorgaben für Haltung, Sicherung der Anlagen und Kontrolle des Bestands.

Nach ihrer Entdeckung wurden die zehn Jungtiere aus dem Außengelände genommen, um sie vor Gefahren zu schützen und tierpflegerisch zu überwachen. Wie viele Eier ursprünglich im Nest lagen, teilte der Park zunächst nicht mit. Auch das Geschlecht der geschlüpften Krokodile war am Dienstag noch nicht bekannt.

Quellen

  • Franceinfo
  • Objectif Gard
  • Präfektur Drôme
  • Drôme Tourisme

Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).

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