Politik & Gesellschaft

PS und Place Publique beschließen Regeln für sozialdemokratische Vorwahl

Die Sozialistische Partei und Place Publique haben sich auf das Verfahren zur Kür ihres Präsidentschaftskandidaten für 2027 verständigt. Raphaël Glucksmann trifft dabei auf drei sozialistische Bewerber; abgestimmt wird erstmals vom 9. bis 11. Oktober…

Paris – 25.08.2026: Die Sozialistische Partei (PS) und Place Publique haben die Vereinbarung über ihre gemeinsame Vorwahl zur französischen Präsidentschaftswahl 2027 gebilligt. Damit steht das Verfahren fest, in dem Raphaël Glucksmann, Europaabgeordneter und führender Vertreter von Place Publique, gegen drei Bewerber aus den Reihen der Sozialisten antreten soll. Glucksmann hatte seine Kandidatur für das Präsidentenamt am 23. August öffentlich erklärt und zugleich seine Teilnahme an der Vorwahl zugesagt.

Die erste Abstimmungsrunde ist für den Zeitraum vom 9. bis 11. Oktober 2026 vorgesehen. Erreicht niemand die absolute Mehrheit, folgt vom 16. bis 18. Oktober eine Stichwahl. Mit der Einigung enden mehrwöchige Verhandlungen zwischen beiden Parteien über den Kreis der Wahlberechtigten, die Finanzierung und die politischen Grundlagen des Verfahrens.

Neben Glucksmann haben bislang die sozialistischen Abgeordneten Philippe Brun und Jérôme Guedj sowie die frühere Präsidentschaftskandidatin Ségolène Royal ihre Bewerbungen angekündigt. Das Feld versammelt unterschiedliche Strömungen der französischen Sozialdemokratie. Bei der Abstimmung geht es deshalb ebenso um deren politische Linie: Das Lager sucht einen eigenständigen Kurs gegenüber der radikalen Linken, ohne seine Chancen auf spätere Bündnisse vorschnell zu schmälern.

Wer teilnehmen will, muss sich registrieren und mindestens 15 Euro entrichten. Für Menschen mit geringem Einkommen ist nach den vereinbarten Regeln ein ermäßigter Beitrag von 10 Euro vorgesehen. Die Zugangshürde soll das Verfahren auf Mitglieder und ausdrücklich registrierte Unterstützer des sozialdemokratischen Lagers begrenzen. Damit unterscheidet es sich von offenen Vorwahlen, an denen sich parteifremde Wähler häufig gegen einen lediglich symbolischen Beitrag beteiligen können.

Für Glucksmann markiert die Einigung einen Kurswechsel. Noch 2025 hatte er eine breite linke Vorwahl abgelehnt, weil sie La France insoumise einschließen sollte. Nun akzeptiert er ein engeres Verfahren mit dem PS. Zugleich verlangt er eine klare Abgrenzung von Jean-Luc Mélenchons Partei, besonders bei möglichen Bündnissen für Parlamentswahlen.

Der PS kann seinerseits seine landesweite Organisation in die Kandidatenkür einbringen, ohne Place Publique einzugliedern. Beide Parteien arbeiteten bereits bei der Europawahl 2024 zusammen, als Glucksmann ihre gemeinsame Liste anführte. Diese Kooperation wird nun auf die Präsidentschaftswahl übertragen, allerdings unter größerem Konkurrenzdruck: Erstmals müssen sich Glucksmann und mehrere sozialistische Bewerber demselben Wahlkörper stellen.

Das Ergebnis im Oktober wird bestimmen, wer die gemeinsame Plattform von PS und Place Publique verkörpert und in Gespräche mit weiteren Kräften der gemäßigten Linken geht. Zuvor müssen die vier Kandidaten jene Unterstützer überzeugen, die sich registrieren und den festgelegten Teilnahmebeitrag zahlen.

Quellen

  • Franceinfo
  • Agence France-Presse
  • TF1 Info
  • La Dépêche du Midi
  • Le Monde

Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).

Ende des Artikels

Geräteansicht