Paris – 04.09.2026: Zacarias Moussaoui, der in den Vereinigten Staaten wegen seiner Beteiligung an den Anschlägen vom 11. September 2001 verurteilt wurde, will seine lebenslange Haftstrafe in Frankreich verbüßen. Sein Anwalt Romain Ruiz teilte der Nachrichtenagentur Agence France-Presse mit, der Antrag sei am Freitagvormittag beim französischen Justizministerium eingereicht worden.
Der 58 Jahre alte Franzose sitzt nach Angaben seines Anwalts in einem Hochsicherheitsgefängnis im US-Bundesstaat Colorado. Er war wenige Wochen vor den Attentaten festgenommen worden. Nachdem er sich 2005 in mehreren Anklagepunkten schuldig bekannt hatte, verhängte ein US-Gericht im folgenden Jahr sechs aufeinanderfolgende lebenslange Haftstrafen gegen ihn.
Bei den Anschlägen auf New York und Washington am 11. September 2001 wurden fast 3000 Menschen getötet. Moussaoui gilt als der einzige Mensch, der in den Vereinigten Staaten im Zusammenhang mit den Anschlägen verurteilt wurde. Die US-Justiz sah ihn als Teil einer Verschwörung des Terrornetzwerks Al-Qaida, Flugzeuge zu entführen und in bedeutende Gebäude zu lenken.
Der zwölfseitige Antrag beruft sich Ruiz zufolge auf ein französisch-amerikanisches Abkommen über die Überstellung verurteilter Gefangener aus dem Jahr 1983. Eine Verlegung nach Frankreich würde weder die Verurteilung aufheben noch Moussaouis Freilassung bedeuten. Er beantragt demnach ausschließlich, seine Strafe in seinem Herkunftsland weiter verbüßen zu dürfen. Neben seinem eigenen Einverständnis wären dafür die Zustimmungen der zuständigen französischen und amerikanischen Behörden erforderlich.
Ruiz begründet das Gesuch mit Umständen, die er als außergewöhnlich bezeichnet. Er verweist auf inzwischen freigegebene Dokumente aus den Vereinigten Staaten, auf aus seiner Sicht eingeschränkte Verteidigungsrechte im damaligen Verfahren sowie auf die Haftbedingungen und die familiäre Situation seines Mandanten. Diese Einwände geben die Argumentation der Verteidigung wieder. Eine neue gerichtliche Prüfung des Urteils ist mit dem Transferantrag nicht verbunden.
Besonders hebt der Anwalt die langjährige Trennung Moussaouis von dessen Mutter hervor, die in Frankreich lebt. Nach seinen Angaben hat sie ihren Sohn innerhalb eines Vierteljahrhunderts lediglich dreimal gesehen. Wegen gesundheitlicher Beschwerden und fehlender finanzieller Mittel könne sie nicht mehr nach Colorado reisen. Ruiz spricht außerdem von jahrelanger Einzelhaft und verlangt, die Bedingungen der Inhaftierung bei der Entscheidung zu berücksichtigen.
Das französische Justizministerium wollte den Antrag am Freitag nicht kommentieren. Aus französischen Justizkreisen hieß es laut Agence France-Presse, die Zustimmung der Vereinigten Staaten sei unerlässlich. Eine Entscheidung über das Gesuch ist bislang nicht bekannt.
Quellen
- Franceinfo
- Agence France-Presse via L'Orient-Le Jour
- US-Justizministerium
- Französischer Senat
- United Nations Treaty Collection
Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).