Politik & Gesellschaft

Videoaufnahmen rekonstruieren Weg des Verdächtigen von Trappes

Bilder einer Tankstellenkamera dokumentieren einen Teil des mutmaßlich rassistischen Anschlags in Trappes und La Verrière. Die Antiterrorstaatsanwaltschaft rekonstruiert acht Tatorte auf einer Strecke von zwölf Kilometern.

Trappes – 27.10.2026: Videoaufnahmen einer Tankstelle in Trappes dokumentieren einen Abschnitt des Weges, den der mutmaßliche Schütze während des Anschlags vom 23. Oktober zurückgelegt haben soll. Die Bilder, über die Franceinfo und weitere französische Medien berichten, sind Teil der laufenden Ermittlungen. Sie sollen zeigen, wie der Verdächtige an der Station anhält und auf Menschen in der Nähe schießt.

Bei den Angriffen in Trappes und der benachbarten Gemeinde La Verrière wurde ein 26-jähriger Mann getötet. Fünf weitere Menschen wurden verletzt, darunter ein zwölfjähriges Mädchen. Die Taten ereigneten sich nach bisherigen Erkenntnissen innerhalb weniger Minuten an mehreren Orten. Der festgenommene Verdächtige ist 39 Jahre alt. Für ihn gilt die Unschuldsvermutung.

Die Aufzeichnungen der Tankstelle bilden lediglich einen Teil der Tatserie ab. Nach Angaben der Nationalen Antiterrorstaatsanwaltschaft erstreckte sich die Fahrt des Verdächtigen über rund zwölf Kilometer und umfasste acht Tatorte. Er soll sowohl aus einem Auto heraus als auch nach dem Aussteigen geschossen haben. Die Ermittler gehen von mindestens 128 abgegebenen Schüssen aus.

Die Nationale Antiterrorstaatsanwaltschaft führt das Verfahren wegen Mordes und versuchten Mordes im Zusammenhang mit einem terroristischen Vorhaben. Untersucht wird zudem der Verdacht, dass die Opfer aufgrund ihrer tatsächlichen oder zugeschriebenen Herkunft, Ethnie, Nationalität oder Religion ausgewählt wurden. Auch diese rechtliche Einordnung ist Gegenstand des Verfahrens und keine Vorverurteilung.

Nach Darstellung der Staatsanwaltschaft bestreitet der Verdächtige die äußeren Abläufe nicht, weist jedoch ein rassistisches Motiv zurück. Frühe Äußerungen gegenüber den Einsatzkräften und weitere sichergestellte Hinweise hatten den Verdacht begründet, dass die Opfer gezielt ausgewählt wurden. Präsident Emmanuel Macron bezeichnete die Tat am 23. Oktober als rassistischen Terroranschlag. Innenminister Laurent Nuñez stufte sie ebenfalls als Terrorverbrechen ein.

Der Polizeigewahrsam war am 26. Oktober vorübergehend für psychiatrische Untersuchungen unterbrochen worden und wurde anschließend fortgesetzt. Den Medienberichten zufolge untersuchen die Ermittler neben dem genauen Tatablauf auch die persönliche Vorgeschichte des Beschuldigten, seine digitalen Geräte und mögliche ideologische Bezüge. Eine Verbindung zu einer organisierten rechtsextremen Gruppe gilt nach den bislang veröffentlichten Erkenntnissen nicht als gesichert.

Mithilfe der Videoaufnahmen können die Ermittler die Abläufe an der Tankstelle zeitlich genauer bestimmen, Zeugenaussagen abgleichen und mögliche weitere Betroffene identifizieren. Zugleich müssen sie klären, wie die einzelnen Tatorte zusammenhängen, ob der Angriff vorbereitet war und nach welchen Kriterien der Verdächtige seine mutmaßlichen Opfer auswählte. Die Untersuchung liegt weiterhin bei der Nationalen Antiterrorstaatsanwaltschaft.

Quellen

  • Franceinfo
  • Nationale Antiterrorstaatsanwaltschaft
  • Le Parisien
  • Associated Press
  • Le Monde

Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).

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