Paris – 27.10.2026: Frankreichs größte Schulleitergewerkschaft SNPDEN-Unsa fordert, Bewerber sollten ihre Studienwünsche auf der Zulassungsplattform Parcoursup wieder verbindlich ordnen. Yvon Manac'h, akademischer Sekretär der Organisation, begründete den Vorschlag am Montag bei Franceinfo mit einer schnelleren Vergabe der Studienplätze. Seiner Einschätzung nach könnten dann bereits in der ersten Runde mehr als 80 Prozent der Schülerinnen und Schüler eine Zuweisung erhalten.
Der Vorstoß greift ein Element des früheren Verfahrens Admission post-bac auf. Dort mussten Bewerber ihre Wünsche von Beginn an nach Priorität sortieren. Das 2018 eingeführte Parcoursup verzichtete zunächst auf eine solche Hierarchie. Erst während der Zulassungsphase müssen Kandidaten ihre weiterhin offenen Wünsche ordnen. Nach Angaben der Plattform erfahren die Hochschulen diese persönliche Reihenfolge nicht.
Das heutige Verfahren trennt zwei Entscheidungen. Hochschulen und andere Einrichtungen prüfen die Bewerbungsunterlagen und erstellen Ranglisten; anschließend entscheiden die Kandidaten, welche Angebote sie annehmen und auf welche Antworten sie weiter warten. Für überbuchte, formal nichtselektive Studiengänge gelten zudem gesetzliche Vorgaben, darunter Quoten für Stipendiaten und regionale Prioritäten. Eine frühzeitig festgelegte Rangfolge könnte frei werdende Plätze schneller an nachrückende Bewerber vermitteln. Sie würde jedoch nichts daran ändern, dass manche Ausbildungsgänge deutlich mehr Interessenten als Plätze haben.
Die Forderung trifft auf eine bereits laufende politische Debatte. Bildungsminister Édouard Geffray und Hochschulminister Philippe Baptiste kündigten am 26. Oktober an, Parcoursup zum Studienjahr 2028 durch ein neues Verfahren zu ersetzen. Schon für die Bewerbungsrunde 2027 sollen die Auswahlkriterien der einzelnen Studiengänge verständlicher veröffentlicht und Ablehnungen begründet werden. Ein Reformkomitee, dem auch Schüler und Lehrkräfte angehören sollen, soll bis Ende November erste Empfehlungen vorlegen. Damit kann der Vorschlag der Schulleiter unmittelbar in die Beratungen einfließen.
Die Regierung verbindet die Neuordnung mit zusätzlichen Kapazitäten. Für 2027 und 2028 sind insgesamt 15.000 weitere Studienplätze vorgesehen: 10.000 in berufsorientierten Kurzstudiengängen, 4.000 an den Universitätsinstituten für Technologie und 1.000 in gesundheitsbezogenen Eingangsstudien. Besonders in der Region Île-de-France bestehen nach Regierungsangaben Engpässe bei Kurzstudiengängen und an den Universitätsinstituten für Technologie.
Die Reform muss daher zwei getrennte Schwierigkeiten bewältigen: ein für Bewerber oft schwer durchschaubares Verfahren und den Mangel an Plätzen in begehrten Fächern. In der Bewerbungsrunde 2026 registrierte Parcoursup 1,046 Millionen Kandidaten für rund 25.000 Ausbildungsgänge. Von den Schulabgängern erhielten 603.910 oder 91,5 Prozent mindestens ein Angebot; am ersten Tag lag der Anteil bei 66,5 Prozent. Eine Rangfolge könnte die Vermittlung beschleunigen, zusätzliche Studienplätze kann sie nicht schaffen.
Quellen
- Franceinfo
- Französisches Bildungsministerium
- Parcoursup
- SNPDEN-Unsa
Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).