Politik & Gesellschaft

Verdächtiger von Trappes bestreitet rassistisches Tatmotiv

Nach den tödlichen Schüssen in Trappes und La Verrière ist Kévin T. wieder in Polizeigewahrsam. Er räumt nach Angaben der Anti-Terror-Staatsanwaltschaft den Tatablauf ein, bestreitet jedoch ein rassistisches Motiv.

Trappes – 26.10.2026: Nach den tödlichen Schüssen in Trappes und La Verrière ist die Vernehmung des Verdächtigen am Montagnachmittag fortgesetzt worden. Das teilte der nationale Anti-Terror-Staatsanwalt Olivier Christen in Paris mit. Der 39 Jahre alte Kévin T. steht im Verdacht, am Freitag an mehreren Orten westlich von Paris auf Menschen geschossen zu haben. Ein 26-Jähriger wurde getötet, fünf weitere Menschen wurden verletzt.

Die Polizeigewahrsamnahme war zwischenzeitlich unterbrochen worden, damit der psychische Zustand des Verdächtigen medizinisch untersucht werden konnte. Nach einer erneuten Begutachtung sei er wieder vernehmungsfähig, erklärte Christen. Die Fachleute hätten weder eine akute psychische Entgleisung noch halluzinatorische oder wahnhafte Aktivität festgestellt. Damit konnten die Ermittler ihre Befragung am 26. Oktober fortsetzen.

Nach Angaben des Staatsanwalts bestreitet Kévin T. den äußeren Ablauf der Taten bislang nicht. Er weise jedoch die Bewertung zurück, aus rassistischen Motiven gehandelt zu haben. Diese Aussage gibt allein die Position des Beschuldigten wieder; sie ist keine abschließende Feststellung zu den Hintergründen. Die Ermittler untersuchen weiterhin, wie die Opfer ausgewählt wurden und welches Motiv den Schüssen zugrunde lag.

Die nationale Anti-Terror-Staatsanwaltschaft führt das Verfahren wegen Mordes und versuchten Mordes im Zusammenhang mit einer terroristischen Unternehmung. Geprüft wird außerdem, ob Rassismus als strafverschärfender Umstand zu berücksichtigen ist. Dass die auf Terrorismus spezialisierte Behörde das Verfahren übernommen hat, legt die rechtliche Bewertung noch nicht endgültig fest. Sie bündelt jedoch die Ermittlungen zu Tatablauf, möglicher Ideologie und Vorbereitung.

Die Schüsse fielen den bisherigen Erkenntnissen zufolge an mehreren Orten in Trappes und im benachbarten La Verrière im Département Yvelines. Der Verdächtige wurde am Freitag in Coignières festgenommen, kurz nachdem die ersten Meldungen über die Angriffe eingegangen waren. Nach Darstellung der Behörden erstreckte sich die Tatserie über wenige Minuten. Die räumliche Verteilung der Tatorte gehört deshalb zu den zentralen Gegenständen der Ermittlungen.

Die Aussagen des Beschuldigten werden nun mit Zeugenaussagen, gesicherten Spuren und kriminaltechnischen Befunden abgeglichen. Dabei müssen die Ermittler zwischen dem eingeräumten Geschehen und der weiterhin umstrittenen Motivlage unterscheiden. Ob Kévin T. nach Ablauf des Polizeigewahrsams einem Ermittlungsrichter vorgeführt wird und welche Vorwürfe ihm dann formell zur Last gelegt werden, war zunächst offen. Bis zu einer rechtskräftigen Verurteilung gilt die Unschuldsvermutung. Fest steht bislang die Bilanz der Angriffe: Ein Mensch starb, fünf weitere wurden verletzt.

Quellen

  • Franceinfo
  • TF1 Info
  • Associated Press
  • Le Monde
  • Le Parisien

Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).

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