Paris – 25.10.2026: Der Hochschulverband France Universités hat vor einer Abschaffung der Studienbewerbungsplattform Parcoursup gewarnt. Eine ersatzlose Streichung würde die Vergabe von Studienplätzen für die nächsten Abiturjahrgänge kurzfristig erheblich gefährden, erklärte die Vertretung der französischen Hochschulleitungen am Sonntag. Der Appell fällt in eine Phase von Protesten, bei denen Schülerinnen, Schüler und Studierende auch die Abschaffung der Plattform verlangen.
France Universités erkennt die Sorgen vieler Jugendlicher und Familien bei der Studienwahl an. Parcoursup sei jedoch nicht die Ursache dafür, dass in besonders gefragten Fächern Studienplätze fehlten. Auch die begrenzte Zahl geeigneter Angebote für Absolventinnen und Absolventen beruflicher und technischer Abiturzweige lasse sich durch einen Verzicht auf das zentrale Bewerbungsverfahren nicht beheben.
Der Verband verlangt stattdessen eine umfassende Reform der Studienorientierung. Schülerinnen und Schüler müssten früher und besser von qualifizierten Lehrkräften beraten werden. Nach Ansicht der Hochschulleitungen zwingt die derzeitige Struktur Familien dazu, wichtige Bildungsentscheidungen sehr früh zu treffen. Das verlängere eine ohnehin belastende Orientierungsphase und erhöhe den Druck auf Jugendliche. France Universités versteht eine bessere Beratung zugleich als Voraussetzung für einen faireren Zugang zum Studium.
Auch die Plattform selbst soll grundlegend überarbeitet werden. Der Verband fordert mehr Transparenz bei den Auswahlverfahren und einen verständlicheren Ablauf bei der Bearbeitung der Bewerbungswünsche. Bereits eingesetzte Arbeitsgruppen sollen nach seinen Angaben kurzfristig Vorschläge vorlegen. Die Hochschulleitungen dringen darauf, daraus rasch konkrete Änderungen abzuleiten.
Das Ministerium für Hochschulbildung legte am 19. Oktober seine Bilanz des Bewerbungsjahres 2026 vor. Demnach registrierten sich 1.046.000 Menschen für rund 25.000 Studienangebote, darunter duale Ausbildungsgänge. Die Zulassungsphase endete am 10. September. Bis Ende Oktober will das Ministerium weitere Maßnahmen vorstellen, die Auswahlentscheidungen nachvollziehbarer machen und Bewerberinnen und Bewerber besser unterstützen sollen.
Hinter dem Streit über Parcoursup steht damit auch die Frage, wie Frankreich knappe Studienplätze verteilt. Selbst ein transparenteres Verfahren kann fehlende Kapazitäten nicht ersetzen. France Universités verbindet seine Reformvorschläge deshalb mit der Forderung nach einer dauerhaft besseren Ausstattung der Hochschulen. Zusätzliche Mittel seien nötig, um mehr Studienplätze zu schaffen, die Betreuung zu verbessern und den unterschiedlichen Bildungswegen der Bewerber gerecht zu werden.
In einem am 20. Oktober veröffentlichten Manifest verlangten die Hochschulleitungen für 2027 zunächst eine zusätzliche Milliarde Euro. Parcoursup dürfe nicht für Engpässe verantwortlich gemacht werden, die nach Auffassung des Verbands aus einer jahrelang unzureichenden Finanzierung der Hochschulen entstanden seien.
Quellen
- Franceinfo
- France Universités
- Ministerium für Hochschulbildung, Forschung und Raumfahrt
Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).