Brest – 23.10.2026: Mit orkanartigen Böen, hohen Wellen und kräftigem Regen ist Sturm Austen über den Nordwesten Frankreichs gezogen. An der Pointe du Raz im Département Finistère wurden nach Angaben regionaler Wetterdienste Windgeschwindigkeiten von bis zu 161 Kilometern pro Stunde gemessen. Besonders betroffen waren die bretonische Küste und die Normandie; später erreichten starke Böen weitere Teile Nordfrankreichs.
Météo-France bezeichnete Austen als ersten benannten Herbststurm, der Frankreich in dieser Saison traf. Bereits in der Nacht meldeten die Behörden zahlreiche Sachschäden und Stromausfälle in der Bretagne. In Plovan wurden Böen von 129 Kilometern pro Stunde gemessen, in Saint-Ségal waren es 122 und in Ploudalmézeau 120 Kilometer pro Stunde.
Die höchsten Windgeschwindigkeiten trafen exponierte Kaps, Inseln und Küstenorte. In Lanildut an der Spitze des Finistère wurden Böen um 160 Kilometer pro Stunde sowie Wellen von bis zu sieben Metern gemeldet. Umgestürzte Bäume, beschädigte Dächer und blockierte Straßen erschwerten die Arbeit der Rettungskräfte. Bei der Gendarmerie gingen zahlreiche Notrufe wegen Hindernissen auf den Fahrbahnen ein.
Mehrere Menschen erlitten nach Angaben von Behörden und Medien leichte Verletzungen. Bestätigte Berichte über Schwerverletzte lagen am Freitagabend nicht vor. Besonders weitreichend waren die Folgen für die Energieversorgung: Landesweit hatten zu diesem Zeitpunkt noch rund 242.000 Haushalte keinen Strom. Im Finistère arbeiteten zusätzliche Techniker daran, beschädigte Leitungen und Anlagen zu reparieren.
Auch der Verkehr war beeinträchtigt. Brest Métropole hatte die Iroise-Brücke bereits am Donnerstagabend vorsorglich geschlossen, nachdem für die Küstengebiete im Norden des Finistère besonders heftige Böen vorhergesagt worden waren. Umgestürzte Äste und Bäume behinderten den Straßenverkehr. An der Küste ging von der starken Brandung weiterhin erhebliche Gefahr aus.
Der Kern des Tiefdruckgebiets verlagerte sich im Tagesverlauf über die Nordsee in Richtung Benelux. Die stärksten Winde griffen zeitweise auf die Normandie, die Region Hauts-de-France und den Großraum Paris über. Für Teile Nordfrankreichs galten am Abend weiterhin amtliche Windwarnungen. Nördlich der Seine erhöhte der zusätzliche Regen in bereits durchnässten Gebieten das Risiko örtlicher Überschwemmungen.
Im Westen schwächte sich der Wind am Freitagabend allmählich ab. Aufräumarbeiten und Reparaturen am Stromnetz dauerten jedoch an. Météo-France rechnete für Samstag, den 24. Oktober, mit einer weiteren aktiven Wetterfront, die dem Nordwesten erneut kräftigen Regen und starken Wind bringen sollte.
Quellen
- Franceinfo
- Météo-France
- Brest Métropole
- TV5MONDE mit AFP-Angaben
- Météo Bretagne
Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).