Paris – 03.09.2026: Die Zahl der Menschen mit starker Klimaangst ist in Frankreich innerhalb von zwei Jahren um mehr als 50 Prozent gestiegen. Das geht aus ersten Ergebnissen einer Ende Juli 2026 erhobenen Untersuchung des Observatoriums für Klimaangst hervor. Demnach kamen rund 2,5 Millionen Betroffene hinzu. Für die besonders schweren Formen schätzt die Untersuchung die Zunahme auf etwa 1,1 Millionen Fälle.
Die Erhebung fiel in einen Sommer mit mehreren außergewöhnlichen Hitzeperioden. Météo-France registrierte zwischen Mai und Juli wiederholt extreme Temperaturen. Die Hitzewelle vom 4. bis 19. Juli gehörte wegen ihrer Dauer zu den besonders auffälligen Wetterereignissen. Erfahrungen mit Hitze, Waldbränden und Trockenheit können die Sorge vor den Folgen der Erderwärmung verstärken und ein zuvor abstraktes Risiko unmittelbar erfahrbar machen.
Klimaangst bezeichnet psychische Belastungen, die mit Umweltzerstörung und Klimaveränderungen verbunden sind. Sie ist nicht automatisch eine Krankheit oder psychische Störung. In starker Ausprägung können jedoch Angst, Schlafprobleme, anhaltendes Grübeln und ein Gefühl der Handlungsunfähigkeit den Alltag erheblich beeinträchtigen. Fachleute unterscheiden daher zwischen nachvollziehbarer Besorgnis und einer Belastung, bei der medizinische oder psychologische Unterstützung sinnvoll sein kann.
Eine 2025 veröffentlichte Studie der französischen Agentur für ökologischen Wandel, ADEME, hatte bereits eine breite Betroffenheit festgestellt. Demnach zeigten 16,6 Millionen Menschen zwischen 15 und 64 Jahren psychische Belastungssymptome im Zusammenhang mit Umweltthemen. Fünf Prozent der Bevölkerung galten als stark klimaängstlich, weitere fünf Prozent als sehr stark betroffen und potenziell auf professionelle Begleitung angewiesen.
Die neuen Angaben deuten auf ein besonderes Risiko bei den schwersten Ausprägungen hin. Männer stellen dort einen größeren Anteil als in den weniger intensiven Gruppen, obwohl Frauen insgesamt häufiger über Klimaangst berichten. Besonders auffällig ist die Gruppe der 15- bis 24-Jährigen. Für sie berühren die erwarteten Klimafolgen unmittelbar Fragen der Lebensplanung, der beruflichen Zukunft und möglicher familiärer Entscheidungen.
Die sommerliche Hitzebelastung hatte zugleich messbare gesundheitliche Folgen. Das Gesundheitsministerium schätzte für die Periode vom 17. Juni bis 2. Juli 2026 landesweit 5.764 zusätzliche Todesfälle. Die Zahl umfasst alle Todesursachen und erlaubt keinen Rückschluss auf psychische Erkrankungen. Sie belegt jedoch die konkrete gesundheitliche Tragweite extremer Hitze.
Behörden und Fachstellen empfehlen Betroffenen, belastende Nachrichten dosiert zu konsumieren, ihre Sorgen mit anderen zu besprechen und bei anhaltenden Beschwerden fachliche Hilfe zu suchen. Gemeinschaftliches Engagement kann zudem dem Gefühl persönlicher Ohnmacht entgegenwirken. Die neuen Zahlen ordnen Klimaangst damit als wachsende Herausforderung für die psychische Gesundheit ein.
Quellen
- Franceinfo
- Vidal
- ADEME
- Météo-France
- Französisches Gesundheitsministerium
- Französische Regierung
Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).