Politik & Gesellschaft

Raketenfund in Bari: Ermittler prüfen Transportpapiere

Drei Akeron-Raketen in einem französischen Lieferwagen beschäftigen die italienische Justiz. Der Hersteller spricht von Testmodellen, die Ermittler behandeln sie vorerst als Kriegswaffen.

Bari – 27.08.2026: Der Fund von drei Akeron-Panzerabwehrraketen in einem Lieferwagen mit französischem Kennzeichen beschäftigt die italienische Justiz. Der 46 Jahre alte Fahrer war mit der Fähre Superfast II aus dem griechischen Patras im Hafen von Bari angekommen. Bei einer Kontrolle stoppte die italienische Finanzpolizei das Fahrzeug. Nach Angaben italienischer Medien befindet sich der Franzose in Untersuchungshaft.

In dem Lieferwagen entdeckten die Ermittler insgesamt fünf Transportbehälter für Panzerabwehrsysteme. Einer war leer, ein weiterer enthielt nach den bisherigen Feststellungen eine inerte Übungsrakete ohne Lenksystem, Antrieb und Gefechtskopf. In drei weiteren Behältern lagen Akeron-Raketen. Nach einer technischen Prüfung durch Fachleute des italienischen Militärs behandelt die Justiz diese vorerst als Kriegswaffen.

Der Hersteller MBDA France widerspricht dieser Bewertung. Das Unternehmen erklärte am 27. August gegenüber France Télévisions, bei den Gegenständen habe es sich um Testmodelle ohne Sprengstoff gehandelt. Zudem sprach MBDA von einem Fehler bei der Kennzeichnung. Ob diese Darstellung mit den Ergebnissen der italienischen Untersuchung vereinbar ist, gehört zu den zentralen Fragen des Verfahrens.

Besondere Aufmerksamkeit gilt den Markierungen auf den Behältern. Blaue Kennzeichnungen können darauf hinweisen, dass es sich um Übungsmaterial handelt. Nach Berichten des italienischen öffentlich-rechtlichen Rundfunks gehen die Ermittler jedoch davon aus, dass die betreffenden Streifen nicht Teil der ursprünglichen Beschriftung waren. Sie sollen mit leicht ablösbarem Klebeband angebracht worden sein. Die Behörden prüfen deshalb, ob die Ladung gezielt falsch gekennzeichnet wurde.

Der Fahrer bestreitet nach Angaben seines Verteidigers, an einem illegalen Waffentransport beteiligt gewesen zu sein. Seine Seite habe Handels- und Reisedokumente sowie eine Genehmigung vorgelegt, die das französische Verteidigungsministerium MBDA France 2025 für Tätigkeiten mit Kriegsmaterial erteilt hatte. Demnach stand der Transport im Zusammenhang mit Arbeiten für das griechische Unternehmen Altus LSA. Unklar ist bislang, ob die Ladung dorthin gebracht oder von dort zurückgeführt werden sollte.

Das zuständige Ermittlungsgericht in Bari sieht weiterhin offene Fragen zu den Papieren, zur Kennzeichnung und zum vorgesehenen Transportweg. Zu klären ist insbesondere, ob die vorgelegten Genehmigungen diesen konkreten Transport abdeckten und ob für die Durchreise durch Italien sämtliche erforderlichen Unterlagen vorhanden waren. Eine strafrechtliche Schuld des Fahrers ist bislang nicht festgestellt.

Die Kontrolle fand nach übereinstimmenden italienischen Medienberichten bereits im Juni statt; öffentlich bekannt wurde der Fall erst im August. Die beschlagnahmten Behälter und Raketen bleiben Teil der Beweisaufnahme. Eine bestätigte Entscheidung über einen Prozess oder die Freilassung des Fahrers lag am 27. August nicht vor.

Quellen

  • France Télévisions via Franceinfo
  • Rai News
  • eKathimerini

Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).

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