Politik & Gesellschaft

Pistole aus dem Annecy-See wird im Fall Chevaline untersucht

Eine am 20. August im Annecy-See gefundene Luger-Pistole wird auf eine mögliche Verbindung zum vierfachen Mord von Chevaline im Jahr 2012 untersucht. Bislang ist kein Zusammenhang belegt.

Annecy – 02.09.2026: Eine aus dem Annecy-See geborgene Luger-Pistole beschäftigt die Ermittler im bis heute ungeklärten Mordfall von Chevaline. Die Staatsanwaltschaft in Nanterre teilte mit, die Waffe werde kriminaltechnisch untersucht. Britische Urlauber hatten sie am 20. August im See entdeckt und den Behörden übergeben. Ob sie mit dem Verbrechen vom 5. September 2012 zusammenhängt, ist offen.

Der Fundort liegt in derselben Region wie der Tatort: Chevaline befindet sich am südlichen Ende des Sees im Département Haute-Savoie. Diese räumliche Nähe erklärt, warum die Ermittler den Fund eingehend prüfen. Ein Beleg für eine Verbindung ist sie jedoch nicht. Nach den bislang veröffentlichten Angaben handelt es sich um eine Pistole des Typs Luger und damit um ein Modell, das der bei den Morden verwendeten Waffe ähnelt.

Auf einer abgelegenen Forststraße bei Chevaline waren vier Menschen erschossen worden: Saad al-Hilli, seine Ehefrau Iqbal al-Hilli, deren Mutter Suhaila al-Allaf und der französische Radfahrer Sylvain Mollier. Zwei junge Töchter der Familie befanden sich am Tatort; eine von ihnen wurde verletzt. Trotz umfangreicher Ermittlungen konnten weder der Täter noch ein belastbares Motiv ermittelt werden.

Die sichergestellte Pistole soll nun vermessen und auf ihre ballistischen Merkmale geprüft werden. Besonderes Gewicht hat der Vergleich mit den am Tatort gesicherten Patronenhülsen. Er könnte klären, ob die Waffe abgefeuert wurde und ob ihre charakteristischen Spuren zu den damaligen Funden passen. Auch mögliche Rückstände sowie Spuren im Inneren der Pistole dürften untersucht werden.

Seit September 2022 liegt das Verfahren bei der für Serienverbrechen und ungeklärte Straftaten zuständigen Staatsanwaltschaft in Nanterre. Nach dem Waffenfund wurde auch die Gendarmerie eingeschaltet, darunter die Forschungsabteilung in Chambéry. Der Fall gehört zu den aufwendigsten ungeklärten Tötungsdelikten der jüngeren französischen Kriminalgeschichte.

Die lange Lagerung im Wasser erschwert die Spurensicherung. Korrosion und Ablagerungen können Oberflächen und technische Merkmale verändern; auch biologische Spuren können beeinträchtigt sein. Dennoch lassen sich bei sorgfältiger Untersuchung unter Umständen verwertbare Hinweise gewinnen. Welche Untersuchungen bereits erfolgt sind und wann Ergebnisse vorliegen könnten, teilten die Behörden zunächst nicht mit.

Vierzehn Jahre nach der Tat ist die damals eingesetzte Waffe weiterhin nicht gefunden. Der Fund aus dem Annecy-See liefert den Ermittlern deshalb einen konkreten neuen Prüfgegenstand. Ob daraus eine Spur zum Täter entsteht oder sich die Pistole als Fund ohne Bezug zu Chevaline erweist, kann erst der ballistische Abgleich klären.

Quellen

  • Franceinfo
  • RTL
  • La Dépêche du Midi

Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).

Ende des Artikels

Geräteansicht