Paris – 03.09.2026: Für viele ausländische Gäste führt der Weg durch Paris inzwischen auch in die Apotheke. Sie suchen dort weniger nach Arzneimitteln als nach Hautpflege, Kosmetik und Nahrungsergänzungsmitteln französischer Hersteller. Empfehlungen in sozialen Netzwerken, Preisunterschiede zum Heimatmarkt und eine große Auswahl haben einige Geschäfte zu festen Stationen des Städtetourismus gemacht.
Besonders sichtbar wird der Andrang bei Citypharma in der Rue du Four im sechsten Arrondissement. Besucherinnen und Besucher erscheinen dort laut einem aktuellen Bericht von Franceinfo häufig mit vorbereiteten Einkaufslisten. Darauf stehen etwa Pflegeprodukte von Vichy, La Roche-Posay, Avène, Caudalie, Nuxe und Embryolisse. Die Apotheke hat sich auf ihre internationale Kundschaft eingestellt; die Beratung findet vielfach auf Englisch statt.
Für die Reisenden zählt zunächst der Preis. Produkte französischer Marken sind in manchen Ländern deutlich teurer oder nur über spezialisierte Händler erhältlich. In Paris treffen die Käufer zudem auf ein breiteres Sortiment und können verschiedene Artikel unmittelbar vergleichen. Der Einkauf verspricht damit beides: ein französisches Produkt als Mitbringsel und eine mögliche Ersparnis gegenüber dem Preis zu Hause.
Die Apotheken erschließen sich dadurch Umsätze jenseits ihres klassischen Geschäfts mit Arzneimitteln. Frei verkäufliche Pflegeartikel und Nahrungsergänzungsmittel lassen sich in größerer Menge erwerben und sprechen eine Kundschaft an, die ihren Besuch lange im Voraus plant. Zugleich müssen die Geschäfte gefragte Waren vorrätig halten, verständliche Produktinformationen anbieten und den Kundenstrom zwischen den Regalen organisieren.
Angetrieben wird diese Entwicklung vor allem durch Kurzvideos und persönliche Empfehlungen im Netz. Unter dem Schlagwort French Pharmacy präsentieren Nutzerinnen und Nutzer ihre Einkäufe, erklären Pflegeroutinen und nennen konkrete Pariser Adressen. Einzelne Produkte können dadurch binnen kurzer Zeit internationale Aufmerksamkeit erhalten. Aus einer alltäglichen Einkaufsstätte wird ein Reiseziel, das in digitalen Stadtführern neben Modehäusern, Feinkostläden und Warenhäusern erscheint.
Ganz neu ist das Geschäft mit ausländischen Kunden allerdings nicht. Große Pariser Apotheken und Parapharmazie-Abteilungen ziehen seit Jahren Reisende an. Verändert haben sich Reichweite und Tempo der Empfehlungen: Was früher vor allem über Reiseführer oder persönliche Hinweise weitergegeben wurde, verbreitet sich heute über Plattformen weltweit. Davon profitieren besonders bekannte Geschäfte in zentralen Vierteln.
Verschreibungspflichtige Medikamente spielen bei diesem Einkaufstourismus keine tragende Rolle. Die Nachfrage konzentriert sich auf frei verkäufliche Schönheits-, Pflege- und Gesundheitsprodukte. Gerade diese Mischung aus vertrauten Markennamen, französischem Prestige und günstigeren Preisen macht den Apothekenbesuch für viele Gäste attraktiv.
Quellen
- Franceinfo
- Le Parisien
- 20 Minutes
Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).