Saint-Mandé – 03.09.2026: Die Bilanz von Météo-France verdichtet einen Sommer, den viele Menschen als endlose Folge heißer Tage und kaum erholsamer Nächte erlebt haben. Umweltministerin Monique Barbut sagte bei der Vorstellung, der Sommer 2026 werde in Erinnerung bleiben. Nun müsse das Land aus Hitze, Dürre und Bränden praktische und politische Konsequenzen ziehen.
Nach Angaben des Wetterdienstes war der meteorologische Sommer von Juni bis August mit einer mittleren Temperatur von 24,0 Grad Celsius der heißeste in Frankreich seit Messbeginn 1900. Damit lag er im landesweiten Mittel 3,6 Grad über dem Referenzwert. Bei den Höchsttemperaturen betrug die Abweichung im Saisonmittel sogar 4,8 Grad. Die bisher besonders heißen Sommer 2003 und 2022 blieben deutlich darunter.
Drei Hitzewellen summierten sich auf 53 Tage, eine bislang nicht beobachtete Dauer. Die erste erstreckte sich vom 17. bis zum 30. Juni und erreichte am 24. Juni ihren Höhepunkt: In 72 Départements galt die höchste amtliche Hitzewarnstufe. Nach Angaben von Météo-France stiegen die Temperaturen auf rund 40 Prozent des Staatsgebiets zeitweise über 40 Grad Celsius. Weitere Hitzewellen folgten vom 4. bis zum 19. Juli sowie vom 28. Juli bis zum 19. August.
Die Trockenheit breitete sich früh aus. Bereits Anfang Juli erreichte die Bodenfeuchte im landesweiten Mittel einen für diese Jahreszeit beispiellosen Tiefstand. Anfang August unterschritten die Werte laut Météo-France auch den bisherigen Negativrekord aus dem Jahr 2022. Regen und Gewitter brachten in der zweiten Augusthälfte regional Entlastung, konnten die Böden vor dem Herbst jedoch nicht dauerhaft normalisieren.
Die Folgen waren bei der Wasserversorgung und in der Natur zu spüren. Das Umweltministerium meldete zuletzt Einschränkungen in 97 Départements, davon 41 auf der höchsten Stufe. Je nach örtlicher Verordnung betrafen sie unter anderem die Bewässerung, private Schwimmbecken, Autowäschen und bestimmte industrielle Nutzungen. Besonders angespannt war die Lage in Nouvelle-Aquitaine, wo elf von zwölf Départements als Krisengebiete eingestuft waren.
Ausgetrocknete Vegetation und wiederholt starke Winde verschärften zugleich die Brandgefahr. Von der Bretagne bis Korsika wurden zahlreiche Feuer registriert. Météo-France bezeichnet 2026 als die schwerste Waldbrandsaison seit Beginn der entsprechenden Aufzeichnungen. Bis zum 1. September gab es 27 Tage, an denen für mindestens ein Département eine sehr hohe Waldbrandgefahr am Folgetag ausgewiesen wurde.
Einen solchen Sommer bewertet Météo-France im heutigen Klima als selten; ohne den menschengemachten Klimawandel wäre er demnach nahezu unmöglich gewesen. Gegenüber dem vorindustriellen Niveau entsprach die Sommerhitze nach Berechnungen des Wetterdienstes einer Abweichung von fünf Grad.
Quellen
- Météo-France: Klimabilanz Sommer 2026
- Ministerium für ökologischen Wandel: Presseankündigung zur Klimabilanz
- Ministerium für ökologischen Wandel: Maßnahmen zur Dürrebewältigung
- franceinfo: Aussage von Monique Barbut
Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).