Orléans – 25.10.2026: Bürgermeister Serge Grouard hat am Sonntagabend die Sonderauflagen aufgehoben, die während des Kongresses des Rassemblement National in Orléans galten. Der parteiunabhängige Politiker aus dem rechten Lager erklärte, es habe weder Straßengewalt noch Zusammenstöße oder Beschädigungen von Geschäften gegeben. Die Stadt hatte wegen angekündigter Gegenproteste mit einem erhöhten Sicherheitsrisiko gerechnet.
Betroffen waren vor allem das historische Zentrum und wichtige Verkehrsachsen. Vom Morgen des 24. Oktober bis Sonntagabend galten weitreichende Fahr- und Parkverbote, mehrere Parkhäuser blieben geschlossen. Für unbegleitete Jugendliche unter 15 Jahren bestand in den Nächten zum 25. und 26. Oktober jeweils zwischen 21 und 6 Uhr eine Ausgangsbeschränkung. Auch kommunale Dienste waren zeitweise eingeschränkt. Mit Grouards Entscheidung endeten diese Regeln vorzeitig oder wie vorgesehen.
Der Rassemblement National hielt seinen Kongress am 24. und 25. Oktober im Veranstaltungszentrum CO'Met ab. Marine Le Pen nutzte das Treffen zur Eröffnung ihrer Präsidentschaftskampagne. Zugleich hatten linke Parteien, Gewerkschaften und antifaschistische Gruppen zu Protesten mobilisiert. Der Präfekt des Départements Loiret untersagte eine für Sonntag angemeldete Demonstration. Die Behörden verwiesen auf Gefahren für die öffentliche Ordnung und auf die erwartete Mobilisierung gegnerischer Gruppen.
Nach Angaben der Nachrichtenagentur AFP waren rund 3000 Polizisten und Gendarmen im Einsatz. Kontrollstellen, Absperrungen und ein weitgehend vom Autoverkehr befreites Zentrum prägten das Stadtbild. Die Verwaltung hatte die Vorkehrungen am 22. Oktober angekündigt und zunächst bis Sonntag um 20 Uhr befristet. Auch Geschäftsleute und Anwohner mussten sich auf erschwerte Zufahrten und einen ungewöhnlich ruhigen Innenstadtbetrieb einstellen.
Die Vorsorge stand im Zusammenhang mit Gewalttaten und Plünderungen, zu denen es am 17. Oktober in mehreren französischen Städten gekommen war. Stadt und Präfektur fürchteten, dass das Zusammentreffen eines Parteikongresses mit großen Gegenmobilisierungen gewaltbereite Gruppen anziehen könnte. Grouard verteidigte die Eingriffe deshalb als notwendige Prävention. Kritiker hielten insbesondere die Beschränkungen für Minderjährige und die weitgehende Abriegelung des Zentrums für unverhältnismäßig.
Für den Rassemblement National besaß der Kongress über Orléans hinaus politisches Gewicht, weil Le Pen dort den Auftakt ihrer Kampagne inszenierte. Die Bilanz für die Stadt fiel dagegen sachlich aus: Weder die Verwaltung noch AFP meldeten bis Sonntagabend Sachschäden oder gewaltsame Auseinandersetzungen im Zusammenhang mit dem Kongress und den Protesten. Nach der Aufhebung der Verfügungen sollten Straßen, Parkhäuser und kommunale Angebote wieder regulär zugänglich sein.
Quellen
- Franceinfo
- Métropole d'Orléans
- AFP via TV5Monde
- Le Monde
Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).