Eriwan – 25.10.2026: Während in der armenischen Hauptstadt Eriwan über den weltweiten Schutz der biologischen Vielfalt verhandelt wird, dokumentieren französische Bestandsdaten einen anhaltenden Rückgang vieler heimischer Vogelarten. Die COP17, die Konferenz der Vertragsstaaten des Übereinkommens über die biologische Vielfalt, dauert vom 19. bis zum 30. Oktober. Die 196 Vertragsparteien ziehen eine Zwischenbilanz der bis 2030 vereinbarten Ziele des Kunming-Montreal-Rahmens.
Wie dringlich deren Umsetzung ist, lässt sich auch in Frankreich beobachten. Das Französische Amt für Biodiversität weist für die untersuchten Tier- und Pflanzenarten insgesamt eine Verschlechterung des Erhaltungszustands aus. Nach Angaben der Behörde gelten 2.430 Arten im Land als bedroht. Das entspricht 17,6 Prozent der bewerteten Arten. Nicht jede Art und nicht jeder Lebensraum entwickelt sich gleich, doch die langfristigen Indikatoren weisen in dieselbe Richtung.
Besonders gut untersucht sind häufig vorkommende Vögel. Das Programm Vigie-Nature beziffert den durchschnittlichen Rückgang spezialisierter häufiger Vogelarten zwischen 1989 und 2023 auf 31 Prozent. Dazu gehören Arten, die eng an Agrarflächen, Wälder oder Siedlungsräume gebunden sind. Anders als anpassungsfähige Generalisten können sie Veränderungen ihres Lebensraums oft nur schwer ausgleichen.
Daten des Französischen Amts für Biodiversität nennen mehrere Beispiele. Bei den Brutvögeln gingen die Bestände von Feldlerche, Rothuhn und Turteltaube sowohl langfristig als auch in jüngerer Zeit zurück. Für die Feldlerche wurde über den langen Beobachtungszeitraum ein Minus von 36 Prozent ermittelt, für die Turteltaube eines von 33 Prozent. Bei den überwinternden Vögeln zählen Feldlerche, Misteldrossel, Amsel und Kiebitz zu den Arten mit langfristig abnehmenden Beständen.
Die Ursachen unterscheiden sich je nach Art und Region. Fachstellen verweisen auf den Verlust von Wiesen, Hecken und alten Obstgärten, veränderte landwirtschaftliche Praktiken, Störungen in Brut- und Rastgebieten sowie eine monotone Forstwirtschaft. Hinzu kommen klimatische Veränderungen, die Nahrungsangebote, Brutzeiten und Zugrouten beeinflussen können. Aus den Bestandsreihen lässt sich keine einheitliche Ursache für jede einzelne Art ableiten. Erkennbar ist jedoch, dass die Verluste mehrere Lebensräume erfassen und längst nicht allein seltene Arten betreffen.
In Eriwan beraten die Staaten deshalb vor allem über die Umsetzung bereits gefasster Beschlüsse. Der Kunming-Montreal-Rahmen sieht einen wirksameren Schutz von Land- und Meeresflächen, die Wiederherstellung geschädigter Ökosysteme und eine ausreichende Finanzierung vor. Frankreich verweist international auf den Ausbau seiner Schutzgebiete. Die nationalen Vogelbestände machen zugleich sichtbar, dass ein formaler Schutzstatus allein den Verlust geeigneter Lebensräume noch nicht aufhält. Die COP17 soll bis zum 30. Oktober bilanzieren, wie weit die Staaten ihre Zusagen in überprüfbare Maßnahmen überführt haben.
Quellen
- Franceinfo
- UN-Umweltprogramm
- Französisches Außenministerium
- Französisches Amt für Biodiversität
- Vigie-Nature
Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).