Paris – 31.08.2026: Wer in Paris eine Mietwohnung sucht, trifft weiterhin auf einen Markt mit wenigen verfügbaren Objekten und sehr vielen Bewerbern. Neue Inserate verschwinden oft binnen kurzer Zeit, weil Vermieter und Makler zahlreiche Anfragen erhalten. Besonders schwer haben es Studierende, Berufseinsteiger und Familien, die größere Wohnungen benötigen.
Nach Daten des Immobilienportals Bien'ici stieg das französische Mietangebot im ersten Halbjahr 2026 gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 12,5 Prozent. Diese Erholung beendet die Knappheit jedoch nicht. In Paris lag die Zahl der angebotenen Mietwohnungen noch immer 25 Prozent unter dem Niveau von 2019. In der gesamten Region Île-de-France betrug der Rückstand sogar 45 Prozent.
Ein Grund ist der Rückzug privater Eigentümer aus der langfristigen Vermietung. Ein im Auftrag des Umweltministeriums erstellter Bericht verzeichnet seit Jahren weniger Neuvermietungen, vor allem bei unmöblierten Wohnungen mit langfristigen Verträgen. Hohe Kaufpreise, gestiegene Finanzierungskosten, steuerliche Belastungen und der Aufwand energetischer Sanierungen verändern die Kalkulation vieler Eigentümer. Manche verkaufen ihre Immobilien oder entscheiden sich gegen eine dauerhafte Vermietung.
Zugleich wechseln Mieter seltener die Wohnung. Haushalte, die wegen hoher Kreditzinsen einen geplanten Immobilienkauf verschieben, bleiben länger in ihrem bisherigen Zuhause. Damit kommen weniger Wohnungen auf den Markt. Besonders groß ist der Andrang zum Beginn des Hochschuljahres und nach der sommerlichen Einstellungspause vieler Unternehmen. Kleine, für Einzelpersonen erschwingliche Wohnungen sind entsprechend umkämpft.
Kurzzeitvermietungen verschärfen die Lage in Teilen der Hauptstadt. Die Stadt Paris weist darauf hin, dass touristisch möblierte Unterkünfte dem regulären Mietmarkt Wohnraum entziehen können. Seit Juli 2026 erhebt die Kommune zudem einen höheren Aufschlag auf die Steuer für länger leer stehende Wohnungen. Damit sollen Eigentümer bewegt werden, ungenutzte Immobilien wieder dauerhaft anzubieten.
Für viele Mieter ist die Belastung erheblich. Das Statistikamt Insee teilte im Mai 2026 mit, dass in Paris die Hälfte der Haushalte im privaten Mietsektor mehr als ein Drittel ihrer Einnahmen für das Wohnen ausgibt, staatliche Wohnhilfen nicht eingerechnet. Der Befund beruht auf Daten aus dem Jahr 2022, beschreibt aber die strukturelle finanzielle Enge des Hauptstadtmarktes.
Paris begrenzt bei vielen Neu- und Wiedervermietungen den zulässigen Grundmietpreis anhand festgelegter Referenzmieten. Diese Mietpreisbremse kann überhöhte Forderungen eindämmen, schafft aber keinen zusätzlichen Wohnraum. Trotz des jüngsten Zuwachses bleibt das Angebot weit hinter früheren Jahren zurück.
Quellen
- Franceinfo
- Bien'ici Observatoire du marché locatif
- Ministerium für ökologischen Wandel
- Stadt Paris
- Insee
- Service-Public.fr
Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).