Wirtschaft

Leclerc fordert Abgaben auf Robotik und künstliche Intelligenz

Michel-Édouard Leclerc will die Finanzierung des französischen Sozialmodells neu ordnen. Robotik, digitale Systeme und künstliche Intelligenz sollten aus seiner Sicht stärker zu Sozialabgaben und höheren Löhnen beitragen.

Paris – 31.08.2026: Michel-Édouard Leclerc fordert, Robotik, digitale Systeme und künstliche Intelligenz stärker an der Finanzierung des französischen Sozialmodells zu beteiligen. Der Präsident der E.Leclerc-Zentren sagte am Montagabend im Nachrichtenprogramm von France 2, diese Technologien träten zunehmend in Konkurrenz zur menschlichen Arbeit, leisteten jedoch keinen vergleichbaren Beitrag zu den Sozialkassen.

Leclerc greift damit einen Vorschlag auf, den er bereits Anfang August ausführlicher dargelegt hatte. Nach seiner Auffassung sollte ein Teil der Abgaben, die bislang auf Arbeit und Löhnen lasten, auf die Wertschöpfung digitaler und automatisierter Systeme verlagert werden. Sein Ziel ist eine breitere Finanzierungsgrundlage für Sozialversicherung und Lohnerhöhungen, ohne Unternehmen allein über zusätzliche Belastungen für Beschäftigte zur Kasse zu bitten.

Der Vorstoß berührt eine zentrale Frage der französischen Wirtschafts- und Sozialpolitik: Wenn Maschinen, Software und lernende Systeme Aufgaben übernehmen, die zuvor von Beschäftigten erledigt wurden, sinkt unter Umständen der Anteil menschlicher Arbeit an der Wertschöpfung. Das französische Sozialmodell finanziert sich jedoch zu einem erheblichen Teil über Abgaben, die an Beschäftigung und Löhne gekoppelt sind. Leclerc sieht darin ein wachsendes Missverhältnis zwischen technologischem Fortschritt und dessen Beitrag zur sozialen Sicherung.

Was genau besteuert werden sollte, ist allerdings offen. Eine Abgabe könnte an Investitionen in Roboter, an digitale Umsätze oder an die durch Automatisierung erzielte Wertschöpfung anknüpfen. Diese Modelle hätten unterschiedliche Folgen für Handel, Industrie und kleinere Unternehmen. Auch müsste der Gesetzgeber klären, welche Systeme als Robotik oder künstliche Intelligenz gelten und wie sich ihr wirtschaftlicher Beitrag verlässlich bemessen lässt.

Die Debatte reicht weit über den Einzelhandel hinaus. Automatisierung verändert Produktionsbetriebe ebenso wie Logistik, Verwaltung und Dienstleistungen. Unternehmen versprechen sich davon höhere Produktivität und geringere Kosten; zugleich wächst die Sorge, dass der Sozialstaat langfristig Einnahmen verliert, wenn Beschäftigung wegfällt oder sich in geringer entlohnte Tätigkeiten verlagert. Kritiker einer speziellen Technologieabgabe warnen dagegen, sie könne Investitionen bremsen und französische Unternehmen gegenüber ausländischen Wettbewerbern benachteiligen.

Leclercs Wortmeldung ist zunächst ein wirtschaftspolitischer Vorschlag, kein ausgearbeitetes Gesetzesvorhaben. Für eine Umsetzung wären klare Bemessungsgrundlagen, Ausnahmen und Regeln zur Verwendung der Einnahmen nötig. Der Unternehmer verbindet seinen Vorstoß ausdrücklich mit zwei Zielen: höhere Löhne und eine Finanzierung der sozialen Sicherung, die sich nicht mehr überwiegend auf menschliche Arbeit stützt.

Quellen

  • Franceinfo
  • Michel-Édouard Leclerc
  • Französischer Senat

Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).

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