Politik & Gesellschaft

Macron stellt Reform von Parcoursup in Aussicht

Nach landesweiten Protesten berichten Schülervertreter von Macrons Zusage, die Studienplattform Parcoursup neu zu gestalten. Umfang und Zeitplan der Reform sind noch offen.

Paris – 24.10.2026: Nach Demonstrationen von Schülerinnen, Schülern und Studierenden in mehreren französischen Städten hat Präsident Emmanuel Macron nach Angaben von Schülervertretern eine grundlegende Überarbeitung der Studienzulassungsplattform Parcoursup in Aussicht gestellt. Die Zusage sei bei einem Treffen im Élysée-Palast am Freitag, 23. Oktober, erfolgt. Eine ausführliche Stellungnahme des Präsidentenamts zu Inhalt, Zeitplan und Finanzierung lag am Samstagabend nicht vor.

Die landesweite Mobilisierung am 24. Oktober richtete sich gegen die Auswahl- und Bewerbungsverfahren für Hochschulplätze, den Mangel an Lehrkräften sowie bauliche und materielle Defizite an Schulen. Schülerorganisationen verlangen bessere Lernbedingungen, zusätzliches Personal und eine Abschaffung oder weitreichende Reform von Parcoursup. Über die Plattform laufen die Bewerbungen für einen großen Teil der französischen Studiengänge und Ausbildungsmöglichkeiten.

Die Regierung hatte bereits Anfang Oktober angekündigt, Parcoursup transparenter und einfacher gestalten zu wollen. Den Protestierenden genügt das nicht. Sie kritisieren, dass die Auswahlverfahren für viele Jugendliche schwer nachvollziehbar seien und erheblichen Druck erzeugten. Ihre Forderungen zur Hochschulzulassung verbinden sie mit dem Ruf nach sanierten Schulgebäuden, kleineren Klassen und einer verlässlicheren Unterrichtsversorgung.

In der politischen Debatte wird daneben eine Erhöhung des gesetzlichen Mindestlohns SMIC als mögliche Antwort auf die breitere soziale Unzufriedenheit erörtert. Franceinfo berichtete am Samstag, mehrere Ansätze würden geprüft. Eine verbindliche Entscheidung der Regierung über eine Anhebung des Mindestlohns war jedoch nicht bekannt. Eine solche Maßnahme ginge über die Bildungspolitik hinaus und hätte unmittelbare Folgen für Unternehmen, Beschäftigte und den Staatshaushalt.

Die Demonstrationen sind Teil einer seit Ende September andauernden Protestbewegung. In mehreren Regionen wurden Schulen zeitweise blockiert oder der Unterricht beeinträchtigt. Bildungsminister Édouard Geffray hatte zusätzliche Vertretungslehrkräfte angekündigt. Die Schülerorganisationen halten punktuelle Sofortmaßnahmen für unzureichend und verlangen dauerhafte Lösungen für Personalmangel, Ausstattung und Studienorientierung.

Macrons Gespräch mit den Schülervertretern verschiebt den Konflikt nun von allgemeinen Reformsignalen zu der Frage, welche Änderungen tatsächlich beschlossen werden. Parcoursup ist dabei eng mit der Debatte über Chancengleichheit verbunden: Die Plattform organisiert zwar Bewerbungen zentral, die Auswahl treffen jedoch die jeweiligen Hochschulen anhand ihrer Kriterien. Kritik entzündet sich vor allem an der Nachvollziehbarkeit dieser Entscheidungen und an den langen Wartephasen während des Verfahrens.

Nach dem Treffen riefen die beteiligten Organisationen dazu auf, die Proteste fortzusetzen. Bis zum Samstagabend hatte das Élysée weder einen Gesetzentwurf noch einen Zeitplan für die angekündigte Neugestaltung von Parcoursup veröffentlicht.

Quellen

  • Franceinfo
  • Le Monde
  • Public Sénat
  • Parcoursup

Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).

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