International

Angriffe bedrohen die Olivenernte im Westjordanland

Die Vereinten Nationen haben seit Anfang September rund 200 Angriffe im Umfeld der palästinensischen Olivenernte dokumentiert. Betroffen sind Bauern, Felder und internationale Beobachter.

Ramallah – 24.10.2026: Während der palästinensischen Olivenernte im besetzten Westjordanland häufen sich Angriffe israelischer Siedler auf Bauern und ihre Felder. Das Nothilfebüro der Vereinten Nationen, OCHA, registrierte vom 1. September bis zum 12. Oktober 199 erntebezogene Übergriffe. Ein Palästinenser wurde getötet, 124 Menschen wurden verletzt. Mehr als 2.500 Olivenbäume und Setzlinge wurden beschädigt.

Die UN-Angaben erfassen Angriffe mit Verletzten oder Sachschäden in verschiedenen Teilen des Westjordanlands. Demnach wurden 92 Menschen durch Siedler verletzt, weitere 32 durch israelische Sicherheitskräfte im Zusammenhang mit solchen Vorfällen. Gemeldet wurden körperliche Angriffe, beschädigte Bäume, zerstörte Erntegeräte und gestohlene Oliven. In einer Mitteilung vom 20. Oktober sprachen die Vereinten Nationen bereits von rund 200 Übergriffen seit Anfang September.

Damit hat die laufende Saison nach Angaben der UN schon nach wenigen Wochen das Ausmaß der gesamten Erntezeit des Vorjahres überschritten. Für viele palästinensische Familien sind Oliven und das daraus gewonnene Öl eine wesentliche Einnahmequelle. Ein Teil der Ernte dient zudem der eigenen Versorgung. Fällt sie aus, fehlen den Haushalten sowohl Lebensmittel als auch Erlöse für andere Ausgaben.

Am 16. Oktober wurde die US-amerikanische Fotojournalistin Heidi Levine nahe dem Dorf Abu Falah verletzt. Augenzeugen zufolge griffen maskierte Siedler palästinensische Erntehelfer an, warfen Steine und setzten Olivenbäume in Brand. Levine berichtete für die Washington Post über die Ernte und die Gewalt gegen Dorfbewohner.

Auch europäische Diplomaten wurden am Wochenende vor dem 19. Oktober angegriffen. Nach Angaben der israelischen Polizei wurden zehn Verdächtige festgenommen. Zu den einzelnen Tatvorwürfen und zum Ablauf der Übergriffe machte die Behörde zunächst keine näheren Angaben. Die israelische Armee kündigte in mehreren Fällen Untersuchungen an.

Viele Olivenhaine liegen nahe israelischen Siedlungen oder nicht genehmigten Außenposten. Der Zugang zu den Feldern kann deshalb von Genehmigungen, militärischen Sperren und der jeweiligen Sicherheitslage abhängen. Drohungen und Gewalt treffen die Gemeinden gerade in der kurzen Zeit, in der die Früchte geerntet werden müssen. Können Bauern ihre Grundstücke nicht erreichen, verlieren sie unter Umständen den Ertrag eines ganzen Jahres.

Die Schäden reichen über die laufende Saison hinaus. Junge Setzlinge müssen ersetzt werden; ältere, beschädigte Bäume benötigen mehrere Jahre, bis sie wieder vergleichbare Erträge liefern. OCHA und Hilfsorganisationen bewerten die Angriffe daher als akutes Schutzproblem für landwirtschaftliche Gemeinden. Bis zum 12. Oktober dokumentierte OCHA 199 Vorfälle sowie Schäden an mehr als 2.500 Bäumen und Setzlingen.

Quellen

  • Franceinfo
  • Büro der Vereinten Nationen für die Koordinierung humanitärer Angelegenheiten
  • Vereinte Nationen in Palästina
  • Associated Press

Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).

Ende des Artikels

Geräteansicht