Belgrad – 25.10.2026: Bei der vorgezogenen Parlamentswahl in Serbien zeichnet sich eine deutlich höhere Beteiligung ab als bei der vorherigen Abstimmung. Nach Angaben der Republikanischen Wahlkommission hatten bis 14 Uhr 46,53 Prozent der registrierten Wahlberechtigten ihre Stimme abgegeben. Die Wahllokale öffneten um 7 Uhr und sollen um 20 Uhr schließen. Ein offizielles Ergebnis lag am Nachmittag noch nicht vor.
Die Wahlkommission meldete deutliche regionale Unterschiede. In der autonomen Provinz Vojvodina lag die Beteiligung um 14 Uhr bei 49,23 Prozent, in Belgrad bei 47,55 Prozent. Für Šumadija und Westserbien wurden 44,95 Prozent angegeben, für Süd- und Ostserbien 44,04 Prozent. Der Kommissionsvorsitzende Vladimir Dimitrijević erklärte, die Abstimmung verlaufe in den Wahllokalen ohne größere Probleme.
Bereits am Mittag hatte die Kommission eine Beteiligung von 34,55 Prozent ausgewiesen. Bei der Parlamentswahl im Dezember 2023 waren es zum selben Zeitpunkt 21,33 Prozent gewesen. Unabhängige Erhebungen von Ipsos und CeSID kamen um 14 Uhr auf 46,4 Prozent und lagen damit nahezu gleichauf mit der offiziellen Angabe. Aus mehreren Landesteilen wurden lange Warteschlangen vor Wahllokalen gemeldet.
Wahlberechtigt sind nach Angaben der serbischen Regierung 6.451.292 Menschen. In 8.392 Wahllokalen stehen 18 Listen zur Wahl; vergeben werden die 250 Mandate der Nationalversammlung. Die Abstimmung wurde angesetzt, nachdem Präsident Aleksandar Vučić am 9. September das Parlament aufgelöst hatte. Die bisherige Nationalversammlung war aus der Wahl vom 17. Dezember 2023 hervorgegangen.
Der Urnengang gilt als direkte Auseinandersetzung zwischen der Serbischen Fortschrittspartei und einer von Studierenden unterstützten Liste. Die studentische Bewegung hatte fast zwei Jahre lang Proteste gegen die politische Führung des Landes organisiert. Ihr führender Kandidat Ilija Srdanović stimmte in Novi Sad ab. Vučić gab seine Stimme in Belgrad ab und erklärte, sein Lager werde den Willen der Wähler anerkennen.
Besondere Aufmerksamkeit gilt der Ordnungsmäßigkeit des Wahlgangs. Nach früheren Abstimmungen waren Vorwürfe über Unregelmäßigkeiten erhoben worden. Die Nachrichtenagentur Associated Press berichtete unter Berufung auf örtliche Beobachter über Hinweise auf möglichen Druck auf Wähler, versuchte Stimmenkäufe und das Fotografieren ausgefüllter Stimmzettel. Ob und in welchem Umfang diese Hinweise bestätigt werden, war zunächst offen. Die Wahlkommission erklärte, sie stehe fortlaufend mit den örtlichen Wahlbehörden und Wahlvorständen in Verbindung. Maßgeblich für die Sitzverteilung ist das Ergebnis nach Schließung der Wahllokale um 20 Uhr.
Quellen
- Franceinfo
- Republikanische Wahlkommission Serbien
- Regierung der Republik Serbien
- N1 Belgrad
- Associated Press
Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).