Wirtschaft

Frankreichs Industrie investiert deutlich mehr in Umweltschutz

Französische Industriebetriebe gaben 2024 rund 3,5 Milliarden Euro für Umweltmaßnahmen und zugehörige Studien aus. Seit 2021 stiegen die Investitionen nominal um 49 Prozent.

Paris – 03.09.2026: Frankreichs Industriebetriebe haben ihre Ausgaben zur Verringerung von Umweltbelastungen 2024 deutlich erhöht. Insgesamt investierten 54 Prozent der Standorte mit mindestens 20 Beschäftigten in entsprechende Maßnahmen oder gaben Studien in Auftrag. Die gesamten Aufwendungen erreichten rund 3,5 Milliarden Euro. Davon entfielen 3,068 Milliarden Euro auf Investitionen und 461 Millionen Euro auf Studien, wie das nationale Statistikamt Insee mitteilte.

Gegenüber 2023 stiegen die Investitionen um 16 Prozent. Seit 2021 beträgt der nominale Zuwachs nach Angaben des Insee 49 Prozent. Zum Vergleich: Die Preise für die Herstellung von Industriemaschinen erhöhten sich im selben Zeitraum um 16 Prozent. Die Entwicklung lässt sich daher nur zum Teil mit gestiegenen Kosten für technische Anlagen erklären.

Den größten Anteil hatten Maßnahmen im Energiebereich. 26 Prozent der Investitionen flossen in Anlagen für erneuerbare Energien, weitere 24 Prozent in Technik zur Senkung oder besseren Steuerung des Energieverbrauchs. Für erneuerbare Energien gaben die Betriebe 812 Millionen Euro aus. Davon entfielen 412 Millionen Euro auf Biomasse, 271 Millionen Euro auf Solarenergie und 75 Millionen Euro auf Wärmepumpen.

In die Energieeinsparung flossen 721 Millionen Euro. Dazu zählen effizientere Produktionsmaschinen, Systeme zur Verbrauchssteuerung, die Dämmung von Gebäuden sowie Mess- und Kontrolltechnik. Die Ausgaben für Recycling stiegen um 41 Prozent. Investitionen in einen sparsameren Umgang mit Wasser legten um 30 Prozent zu, etwa durch die Sanierung alter Leitungsnetze und den Aufbau geschlossener Wasserkreisläufe.

Besonders kräftig wuchs der Aufwand in der Chemie- und Pharmaindustrie. Zwischen 2022 und 2024 stiegen die umweltbezogenen Ausgaben des Sektors um 60 Prozent; 2024 beliefen sie sich auf 569 Millionen Euro. Die Branche verwendet einen erheblichen Teil dieser Mittel für Energieeinsparungen, Abwasserbehandlung und Wassermanagement. Als weitere Faktoren nennt das Insee strengere europäische Vorgaben für Industrieemissionen sowie finanzielle Anreize.

Die Ausgaben unterscheiden sich stark nach Betriebsgröße. 89 Prozent der Standorte mit mindestens 500 Beschäftigten tätigten Umweltinvestitionen oder beauftragten Studien. Bei Betrieben mit 20 bis 49 Beschäftigten waren es 43 Prozent. Große Standorte stellen lediglich zwei Prozent der erfassten Betriebe, vereinten jedoch 24 Prozent der Ausgaben auf sich. Ihre durchschnittliche Umweltinvestition betrug 1,639 Millionen Euro.

Staatliche Unterstützung erhielten 21 Prozent der Betriebe mit entsprechenden Aufwendungen. Insgesamt wurden rund 260 Millionen Euro ausgezahlt, was sieben Prozent der gesamten Umweltaufwendungen entspricht. Im Durchschnitt deckten die Fördermittel 25 Prozent der Investitionen und 30 Prozent der Studienkosten. Die Angaben beruhen auf der jährlichen Insee-Erhebung Antipol, an der 2025 rund 11.500 Industriebetriebe zum Berichtsjahr 2024 teilnahmen.

Quellen

  • Franceinfo: Investitionen der Industrie in den Umweltschutz
  • Insee: Umweltschutzausgaben der Industrie 2024
  • Insee: Erhebung Antipol

Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).

Ende des Artikels

Geräteansicht