Politik & Gesellschaft

Frankreich will Parcoursup bis 2028 ersetzen

Nach wochenlangen Protesten kündigt Frankreichs Regierung Reformen für Schulen und Hochschulen an. Geplant sind ein neues Zulassungsverfahren, 15.000 zusätzliche Studienplätze, kleinere Klassen und Investitionen in Gebäude.

Paris – 26.10.2026: Nach wochenlangen Protesten von Schülerinnen, Schülern und Studierenden hat Frankreichs Regierung ein umfangreiches Maßnahmenpaket für Schulen und Hochschulen angekündigt. Premierminister Sébastien Lecornu empfing am Montag in Paris Vertreter der Schüler- und Studierendenorganisationen. Am Abend sollten Bildungsminister Édouard Geffray und Hochschulminister Philippe Baptiste die Beschlüsse näher erläutern. Zu den zentralen Vorhaben gehört die schrittweise Ablösung der Hochschulzulassungsplattform Parcoursup.

Für die Bewerbungsrunde 2027 soll Parcoursup zunächst überarbeitet und 2028 durch ein neues Verfahren ersetzt werden. Die Regierung verspricht vor allem transparentere Auswahlkriterien und verständlichere Begründungen für Ablehnungen. Parcoursup war 2018 als Nachfolger des früheren zentralen Zulassungssystems eingeführt worden. Kritiker bemängeln seit Langem, die Entscheidungen seien für Bewerberinnen und Bewerber schwer nachvollziehbar. Während der jüngsten Mobilisierung wurde die Plattform zu einem Hauptziel der Proteste.

Zudem sollen ab 2027 insgesamt 15.000 zusätzliche Studienplätze entstehen. Davon sind 10.000 für höhere technische Bildungsgänge, 4.000 für technische Hochschulinstitute und 1.000 für Gesundheitsausbildungen vorgesehen. Die Verteilung legt den Schwerpunkt auf kürzere, berufsnahe Ausbildungswege. Staatliche Studienbeihilfen sollen künftig an die Inflation angepasst, die dafür geltenden Einkommensgrenzen überprüft werden.

Für die allgemeine und technische Oberstufe plant die Regierung eine Obergrenze von 28 Schülerinnen und Schülern je Klasse. Die Regelung soll nach Medienberichten schrittweise eingeführt werden und zunächst besonders belastete Schulen erfassen. Außerdem sind zusätzliche Lehrerstellen angekündigt. Damit reagiert die Regierung auf Beschwerden über überfüllte Klassen, Unterrichtsausfälle und schwierige Arbeitsbedingungen an vielen Lycées.

Weitere Zusagen betreffen den baulichen Zustand der Bildungseinrichtungen. Regionen und Départements sollen bis 2030 Kredite von insgesamt vier Milliarden Euro erhalten, um Gymnasien und Collèges zu sanieren. Für die Universitäten ist ein staatlicher Investitionsplan über eine Milliarde Euro vorgesehen. Schüler- und Studierendenvertretungen hatten wiederholt auf renovierungsbedürftige Gebäude hingewiesen.

Den Ankündigungen ging eine landesweite Konsultation voraus, bei der nach Angaben des Bildungsministeriums mehr als 100.000 Beiträge eingingen. Seit September hatte sich die Bewegung von einzelnen Schulblockaden zu breiteren Protesten entwickelt. Neben alltäglichen Problemen an den Schulen ging es dabei um den Zugang zur Hochschulbildung und ungleiche Lernbedingungen.

Die Nationalversammlung will am Mittwoch, dem 28. Oktober 2026, ohne anschließende Abstimmung über die Zukunft des Zulassungsverfahrens beraten. Ein konkreter Gesetzentwurf für dessen Nachfolger liegt bislang nicht vor. Für die Bewerbungsrunde 2027 bleibt Parcoursup daher in überarbeiteter Form bestehen.

Quellen

  • Franceinfo
  • Französisches Bildungsministerium
  • Le Monde
  • Le Parisien
  • Associated Press

Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).

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