Paris – 22.10.2026: Frankreichs Regierung bereitet für die angekündigten Demonstrationen am Samstag, 24. Oktober, ein deutlich verstärktes Polizeiaufgebot vor. Premierminister Sébastien Lecornu kündigte vor der Nationalversammlung einen massiven Einsatz an. Innenminister Laurent Nuñez erklärte, die Behörden wollten ihre Einsatzstrategie nach den Ausschreitungen vom 17. Oktober bei Personalstärke, Mobilität und Reaktionsfähigkeit verändern.
Die Regierung zieht damit Konsequenzen aus dem vorangegangenen Wochenende. Lecornu räumte vor den Abgeordneten ein, das damalige Aufgebot sei zu statisch und zu wenig beweglich gewesen. Nach seinen Angaben wurden rund 1.000 Polizisten und Gendarmen verletzt. Die Behörden gehen zudem davon aus, dass Gewalttäter die Einsatzkräfte gezielt an mehreren Orten banden und dadurch deren Handlungsspielraum einschränkten.
Ein wichtiger Teil der neuen Planung betrifft die Operation Sentinelle. Deren Soldaten sollen Gebäude und andere feste Ziele sichern, jedoch keine Demonstrationszüge kontrollieren. Polizei und Gendarmerie sollen dadurch mehr Kräfte für die Begleitung von Kundgebungen und für kurzfristige Verlegungen zur Verfügung haben. Nuñez sprach von einer Ablösung der Polizei bei statischen Schutzaufgaben.
Das Innenministerium will außerdem mehr Kräfte und spezialisierte Einheiten bereithalten. Genannt wurden die Fahndungs- und Eingreifbrigade BRI, die Polizeieinheit RAID und die Spezialeinheit GIGN der Gendarmerie. Auch Hubschrauber und gepanzerte Centaure-Fahrzeuge sollen zum Einsatz kommen. Konkrete Personalzahlen oder eine vollständige regionale Aufteilung veröffentlichte die Regierung zunächst nicht.
Nach Angaben Lecornus haben die Präfekturen bereits Anweisungen für den 24. Oktober erhalten. Nuñez stellte zudem Versammlungsverbote in Aussicht. Sie könnten unangemeldete Kundgebungen betreffen, wenn von ihnen eine Gefahr für die öffentliche Ordnung ausgeht. Auch angemeldete Demonstrationen könnten untersagt werden, sofern Veranstalter oder deren Ordnungsdienste aus Sicht der Behörden keine ausreichenden Garantien für einen geregelten Ablauf geben.
Mobile Gruppen von Polizei und Gendarmerie sollen schneller gegen kleinere, räumlich verteilte Gewaltgruppen vorgehen. Nach Darstellung des Innenministeriums hatten solche Gruppen am 17. Oktober Einsatzkräfte an verschiedene Orte gelockt. Das habe sowohl den Schutz friedlicher Demonstranten als auch die Sicherung von Geschäften erschwert.
Lecornu erwartete den endgültig abgestimmten Einsatzplan noch am 22. Oktober. Für denselben Tag waren im Amtssitz des Premierministers Gespräche mit politischen Parteien vorgesehen; zuvor hatte die Regierung Gewerkschaftsvertreter empfangen. Die Behörden wollen am 24. Oktober friedliche Kundgebungen schützen und zugleich schneller auf Gewalttaten reagieren.
Quellen
- Franceinfo – Bericht zur Sicherheitsplanung für den 24. Oktober 2026
- Assemblée nationale – Sitzungsprotokoll vom 20. Oktober 2026
- La Chaîne Parlementaire – Bericht zur Sicherheitsplanung
Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).