Paris – 04.09.2026: Die französische Regierung hat die staatlichen Mittel für das im Juni angekündigte Sofortprogramm zur Anpassung von Schulen an extreme Hitze deutlich gekürzt. Nach Angaben des Programms Action des collectivités territoriales pour l'efficacité énergétique, kurz Actee, sinkt der staatliche Anteil von ursprünglich 50 Millionen auf 10 Millionen Euro. Damit schrumpft auch der Kreis der Einrichtungen, die kurzfristig unterstützt werden sollen.
Actee-Direktor Guillaume Perrin kritisierte die Entscheidung am Freitag als unmittelbare Einschränkung kommunaler Handlungsmöglichkeiten. Die Kürzung ändere nichts am Willen der gewählten Vertreter, ihre Schulen gegen sommerliche Überhitzung zu schützen, sagte er Franceinfo. Sie beeinträchtige jedoch die Umsetzung. Nach den nun geltenden Vorgaben können lediglich 2.500 Schulen eine kostenlose Erstanalyse zum sommerlichen Wärmeschutz erhalten.
Das Programm war Ende Juni 2026 nach einer landesweiten Hitzewelle vorgestellt worden, die den Unterricht an zahlreichen Standorten belastet hatte. Ursprünglich sollten bis zu 12.500 Bildungseinrichtungen durch technische Beratung, Finanzierungsangebote und in besonders dringlichen Fällen durch Zuschüsse erreicht werden. Die gemeinsame Initiative von Actee und der Banque des Territoires sollte Kommunen dabei helfen, Arbeiten vor dem Sommer 2027 vorzubereiten.
Die kostenlosen Analysen sollen zeigen, welche Eingriffe in einem Gebäude den größten Nutzen versprechen. Dazu gehören außenliegender Sonnenschutz, eine bessere Dämmung, verschattete Schulhöfe, Nachtlüftung und eine wirksamere Luftzirkulation. Das Konzept setzt vor allem auf bauliche Lösungen mit geringem Energieverbrauch. Mobile Klimageräte oder Ventilatoren können die akute Belastung zwar senken, ersetzen aber keine dauerhafte Sanierung.
Für die Schulgebäude sind in Frankreich überwiegend die Gemeinden zuständig. Vor allem kleinere Kommunen benötigen technische Beratung und finanzielle Unterstützung, ehe sie aufwendige, über mehrere Jahre laufende Sanierungen in Angriff nehmen können. Actee begleitet Gebietskörperschaften bei der energetischen Erneuerung öffentlicher Gebäude. Die Banque des Territoires bietet über ihr Programm Edurénov langfristige Finanzierungen für Bildungsgebäude an.
Das Bildungsministerium hatte Ende Mai einen nationalen Plan für den Umgang mit Hitzewellen veröffentlicht. Dieser verpflichtet die Bildungsverwaltung, den Schulbetrieb bei außergewöhnlichen Temperaturen organisatorisch abzusichern und besonders gefährdete Gebäude zu erfassen. Zugleich verweist das Ministerium auf bestehende Renovierungsprogramme. Die gekürzte Soforthilfe sollte eine Lücke zwischen akutem Gesundheitsschutz und langfristiger Gebäudesanierung schließen.
Die Entscheidung fällt zum Beginn des neuen Schuljahres, wenige Monate nachdem die Hitzewelle im Juni die baulichen Schwächen vieler Schulen sichtbar gemacht hatte. Für 2.500 Einrichtungen bleibt die kostenlose Analyse bestehen. Bis zu 10.000 weitere Schulen, die nach der ursprünglichen Planung hätten erreicht werden können, erhalten diese zentral finanzierte Erstberatung dagegen nicht.
Quellen
- Franceinfo
- Le Monde
- Actee
- Banque des Territoires
- Französisches Bildungsministerium
Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).