Paris – 03.09.2026: Die französische Regierung beschränkt ihr beschleunigtes Programm zum Hitzeschutz an Schulen auf 2.500 besonders gefährdete Einrichtungen. Für kurzfristig umsetzbare Arbeiten stehen zehn Millionen Euro bereit. Guillaume Perrin, Generaldirektor des kommunalen Energieeffizienzprogramms Actee, kritisierte am Donnerstag im Sender France Inter, dass ursprünglich von bis zu 12.500 Schulen die Rede gewesen sei.
Die Soforthilfe sieht nach Angaben von Franceinfo einen pauschalen Zuschuss von 10.000 Euro je ausgewählter Schule vor. Damit lassen sich etwa Sonnenschutz, bessere Lüftung, begrünte Flächen oder ein gekühlter Rückzugsraum finanzieren. Für umfassende energetische Sanierungen reicht ein solcher Betrag in der Regel nicht. Diese erfordern Bestandsaufnahmen, längere Planungen und erheblich höhere Investitionen.
Für die Schulgebäude sind in Frankreich überwiegend die Kommunen zuständig. Der Staat legt Förderbedingungen fest, unterstützt die technische Planung und stellt einzelne Finanzierungsinstrumente bereit. Gerade finanzschwächere Gemeinden stehen jedoch vor dem Problem, dass größere Umbauten trotz staatlicher Hilfe einen erheblichen Eigenanteil und ausreichende Planungskapazitäten verlangen.
Die Begrenzung betrifft nicht das gesamte Unterstützungsangebot. Actee und die Banque des Territoires hatten Ende Juni zunächst 50 Millionen Euro für die Anpassung von bis zu 12.500 Schulen angekündigt. Anfang Juli folgte ein gemeinsames Beratungs- und Finanzierungsangebot über insgesamt 60 Millionen Euro. Es umfasst neben technischer Begleitung auch langfristige Darlehen und ist deshalb von den direkten Zuschüssen des beschleunigten Programms zu unterscheiden.
Das Bildungsministerium erklärte zum Beginn des neuen Schuljahres, die 2.500 im Sommer bestimmten Schulen sollten vorrangig unterstützt werden. Grundlage sei eine Kartierung der thermischen Belastung. Zugleich soll der nationale Plan zum Umgang mit Hitzewellen bis zum Frühjahr 2027 überarbeitet werden. Neben baulichen Veränderungen gehören dazu organisatorische Schutzvorkehrungen für Schülerinnen, Schüler und Beschäftigte an besonders heißen Tagen.
Der Handlungsdruck war während der Hitzewellen des Sommers 2026 deutlich geworden: In zahlreichen Gemeinden wurde der Unterricht oder die Betreuung beeinträchtigt. Hohe Temperaturen treffen vor allem ältere Gebäude, schlecht verschattete Klassenräume und versiegelte Schulhöfe. Die Belastung kann sich über mehrere Tage aufbauen und lässt sich durch Ventilatoren allein oft nur begrenzt senken.
Für die Kommunen entsteht damit ein zweistufiges Verfahren. Kleinere Eingriffe sollen über die Sofortzuschüsse rasch ermöglicht werden. Tiefgreifende Umbauten müssen dagegen mit regulären Förderprogrammen und Krediten finanziert werden. Die Banque des Territoires bietet dafür unter anderem langfristige Darlehen im Rahmen ihres Programms EduRenov an. Die unmittelbare staatliche Hilfe bleibt vorerst auf die 2.500 von den Bildungsbehörden als besonders gefährdet eingestuften Schulen konzentriert.
Quellen
- Franceinfo
- Ministerium für nationale Bildung
- Programm Actee
- Banque des Territoires
Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).